Korps den kaiserlichen Ausspruch verkündete: „Les villes hanseatiques conserveront leur independance; ils seront un moyen des represailles en cas de guerre avec PAngleterre." Eine Erklärung, worüber die Hansestädte dem Kaiser nicht schnell genug ihren Dank schriftlich bezeugen zu können glaubten und gern die großen Ausgaben verschmerzten, die ihnen die bisherigen schweren Einquartierungen, Tafelgelder und Furage und sonstige unzählige Leistungen verursacht hatten, die, zusammengerechnet, für Bremen allein am Schluß dieses Jahres die Summe von 10 523 117 Franken betrugen.
Bei allen jenen hin und wieder noch hervorblickenden Strahlen der Hoffnung hielten es dennoch die Städte bedenklich, den weiteren Erfolg der Überlegung gänzlich sich selbst zu überlassen. Noch mehr bestärkten sie darin einige Winke, die Hamburg erhielt, schnell jemanden nach Paris zu senden, sowie Bourriennes zweifelhafte Äußerungen, ob die Hansestädte wohl schon aller Gefahr entgangen sein möchten, und die Beunruhigung der Gemüter in Holland über das künftige Schicksal dieses Reichs, in welches jene Städte verwickelt werden könnten. Von Hamburg ging daher der Syndikus Doormann wieder nach Paris, ihm folgte am 22. November von Bremen der Syndikus Gröning, dessen Vater, der Senator, schon vor Jahr und Tag zurückgekommen war, und diesem der Senator Overbeck von Lübeck. Ein Entschluß, zu dem die Städte sich Glück wünschen durften, da sie von mehreren Seiten die Versicherungen bekamen, daß, wenn auch in Ansehung ihrer einige Modifikationen nach dem jetzigen Kontinentalsystem notwendig wären, sie selbst dabei nur anzuzeigen brauchten, was sie für sich am zuträglichsten hielten, daß der Kaiser jetzt das Los der Städte festsetzen wolle, daß deren Erhaltung seine Absicht sei, daß man jedoch gewisse, seinen Grundsätzen angemessene Einrichtungen zu treffen suchen müsse, daß man den Deputierten dasjenige mitteilen werde, worüber man übereinzukommen erwarte und daß diese darüber unter sich zusammentreten könnten.
Mit solchen angenehmen Aussichten beschloß sich das Jahr 1809, und nicht minder heiter erschien der Anfang des neuen Jahres, als die Abgeordneten am 1. Januar 1810 zu einer Privataudienz bei dem Kaiser den Zutritt erhielten. Ehe wir jedoch ihnen weiter folgen und den Ausgang ihrer Geschäfte sehen, mögen die übrigen Angelegenheiten Bremens, besonders in seinem Inneren, hier noch vorab ihren Platz finden.
15. Erlöschen des Handels — Armeninstitut — Ausdehnung des Weichbildes — Verbot von Zunftmißbräuchen
Fortwährend lag aller Handel gänzlich danieder, und sein Zustand verschlimmerte sich mehr und mehr. Zwar ließ der Kaiser Napoleon, selbst während seiner österreichischen Feldzüge, von Zeit zu Zeit einige sogenannte Licences für hanseatische Schiffe ausfertigen, allein, so gut diese Absicht auch sein mochte, so sehr verhinderten es doch andere Schwierigkeiten, von ihnen den sonstigen Nutzen zu ziehen. Eine neue Douanenlinie wurde angelegt, die sich von Rees
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