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des Schiffsrumpfes erforderte, ohne vorher durch Anfüllung mit Wasser gesenkt zu werden.
Demungeachtet hat aber dieser Schiffbau in Bremen selbst sich so nicht erhalten können, wie man wünschte, obschon ein damaliger kenntnisreicher Kaufmann, Carl Philipp Cassel 7 , der viele Jahre, zuletzt als Kapitän, auf Schiffen der Holländischen Kompanie nach Ostindien gefahren hatte, sich um diesen Nahrungszweig sowie um die bremische Schiffahrt überhaupt unverkennbare Verdienste erwarb. Immer blieben die Werften zu Vegesack, Grohn, St. Magnus und Burg nicht zu besiegende Nebenbuhler, obgleich man sich auch der Werften in der Stadt noch eine Zeitlang bediente und einige Jahre später nicht nur noch eine neue an der Hohen- torscontrescarpe, unfern der Teermagazine, entstand, sondern auch an einer anderen Stelle des Werders an der Seite der Großen Weser, nahe vor dem Werdertor, ein Versuch gemacht wurde.
Diesen freilich nicht sehr gehaltreichen Bemerkungen über die damalige bremische Handlung und Schiffahrt kann man allenfalls noch die zu deren Sicherheit und Vorteil in dem Jahre 1776 erschienene herzoglich-oldenburgische Lotsen- und Strandordnung beifügen sowie die Verordnung des Senats vom 24. März 1777, wodurch derselbe die älteren Vorschriften wegen des Leinsaathandels wieder in Erinnerung brachte und jedem das Packen und Bearbeiten des Leinsamens untersagte, der nicht von Obrigkeits wegen zu diesem Geschäft angenommen und beeidigt sei.
Zwar dürfte man die erlangte perpetuierliche Moderation des Elsflether Zolles, die im Jahre 1773 zustande kam, als eine wesentliche Handelsbegünstigung auch noch hierher rechnen, doch davon lieber bald nachher bei den auswärtigen Unterhandlungen. Statt dessen hier noch einige wenige Erscheinungen in dem Gebiete der Fabriken und Künste.
13. Fabriken, Technik und Gewerbe
Eigentliche Fabriken, die ihre Geschäfte im großen treiben, haben selten in Bremen gelingen wollen. Freilich mag der Zunftzwang, der hier so gut wie in anderen Reichsstädten nicht immer ohne Strenge seine Rechte ausübte, hieran nicht ganz schuldlos sein, wogegen aber dann auch wieder viele dieser Zünfte oder Ämter sich eines Wohlstandes erfreuten, der dem Wunsch entsprach, lieber eine mäßige Anzahl nicht bloß arbeitsamer, sondern durch ihre Arbeit sich auch reichlich nährender Bürger als neben einzelnen glänzenden Fabrikbesitzern eine größere Menge Einwohner zu haben, die in Dürftigkeit ihre Tage verlebt, zu deren Unterstützung bei eintretender Stockung des Verdienstes einem kleinen Staat nicht solche Hilfsmittel zu Gebote stehen wie einem großen. Als ein ebenso großes Hindernis aber lassen sich wenigstens auch die Schwierigkeiten ansehen, die sich
7 Über Carl Philipp Cassel vgl. S. 178, Anm. 7.
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