terie und ebenso vielen Regimentern Kavallerie, den die hannoversche Regierung nachsuchte. Nach eben diesen Grundsätzen antworteten sie am 7. Dezember dem Herzog von Richelieu, der durch den Generalleutnant du Mesnil in Begleitung des Herzogs von Fronsac 6 der Stadt ein Korps Truppen antragen ließ, um sie gegen die Pläne der Alliierten zu schützen, und zugleich ein Verzeichnis der Zeughausvorräte 7 verlangte, um zu sehen, ob man die Mittel in Händen habe, sich selbst zu verteidigen. Standhaft lehnte man es ab, ohne sich durch die Drohungen irreführen zu lassen, daß man Bremen feindlich behandeln, ja, wie sich du Mesnil wörtlich ausdrückte, in einen Steinhaufen verwandeln und ein zweites Troja daraus machen wolle, wenn die Stadt den angebotenen Beistand jetzt ausschlagen, dennoch aber die Alliierten aus Gefälligkeit oder Mangel an Kräften einlassen werde. Man gab bloß eine allgemeine mündliche Versicherung, mit der sich der Herzog begnügte, und der Rat ermahnte die Bürger zur größten Unparteilichkeit im Reden und Handeln.
Alle diese Vorsichtsmaßregeln konnten indessen die besorgten Folgen des Krieges von der Stadt nicht abwenden. Schon in der Ferne litt sie gegen das Ende des Jahres 1757 einen großen Verlust, da die Franzosen, die sich über Verden nach Celle zurückgedrängt sahen, dort über 150 mit Kaufmannsgütern beladene Schiffe vorfanden, die sie, obgleich der größte Teil Bremer Bürgern gehörte, in Flammen setzten. Noch verhängnisvoller erschien das folgende Jahr für Bremen.
4. Zweite Besetzung Bremens durch die Franzosen
Am 11. Januar 1758 zogen sich die Franzosen unter dem Kommando des Herzogs von Broglie 1 aus allen ihren besetzten Posten unterhalb Burgs mit solcher Eile zurück, daß sie sich nicht mal Zeit ließen, die Lesumbrücke in Burg abzubrennen, ungeachtet diese schon mit brennbaren Materialien unterbunden und belegt war. Auch ein großes Heumagazin in Vegesack wollten sie abbrennen; nur durch Versprechung von 100 000 Livres konnte die Stadt dieses Unglück von dem Hafen und dessen Umgebungen abwenden, welche Summe indessen der Herzog von Richelieu einige Tage nachher erließ.
Bei diesen Bewegungen wurden der Wall mit mehr Kanonen als sonst gewöhnlich besetzt und die Wachen verstärkt. Auch versagte man einem kleinen Kommando von etwa 50 Mann des französischen Regiments Bentheim, welches
6 Louis Antoine Sophie du Plessis de Richelieu Herzog von Fronsac (1736—1791), der spätere französische General.
7 Als Zeughaus diente seit etwa 1598 die geräumige, östlich der Sögestraße gelegene Kirche des ehemaligen Dominikanerklosters St. Katharinen. Der hier bewahrte reiche Waffenbestand wurde unter der Aufsicht eines Artillerieoffiziers von den dazu bestellten Zeugwärtern gepflegt. Das Zeughaus unterstand den vier Schottherren, die auch für die Unterhaltung der Geschütze auf den Stadtwällen zu sorgen hatten.
1 Victor Franqois Herzog von Broglie (1718—1804), französischer Marschall.
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