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Bremen und seine Bauten / bearb. und hrsg. vom Architekten- und Ingenieur-Verein
Entstehung
Seite
338
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Ii. Teil. Bremen im XIX. Jahrhundert.

Das Kontagienhaus für ansteckende Krankheiten besteht aus drei leicht zu isolierenden Abteilungen; es kann in zehn Krankenzimmern zwanzig Kranke aufnehmen. Einstöckiger Rohbau, 1891 von Flügel erbaut. Neben drei Schwester- und Badezimmern, sowie drei Thceküchcn ist ein Operations­zimmer vorhanden. Die Erwärmung geschieht mittelst Niederdruckdampfheizung.

Das Wöchnerinnenasyl, 1899 von Wellermann & Fröhlich erbaut, ist vom Verein zur Pflege armer Wöchnerinnen auf dem Areal der Krankenanstalt errichtet und bietet in 17 Sälen und Zimmern Raum für 35 Wöchnerinnen. Ein zweistöckiger Rohbau mit Putzflächen, Heizung mittelst Ofen.

Die Cholcrabarackc enthält in vier Sälen 30 Betten, aufscr den üblichen Nebenräumen je ein Zimmer für den Arzt, eine Schwester und einen Bruder.

F'S- 334- Grundrifs des Chirurgischen Krankenhauses.

Ofenheizung. Errichtet 1892 als Holzfachwerkbau mit Pappedach; Fufsboden- Dielung mit Asphaltbelag.

An sonstigen Gebäuden sind noch zu verzeichenen: die Wohnung des dirigierenden Arztes, das Küchengebäude, das Kessel- und Maschinenhaus für den Betrieb der elektrischen Beleuchtung und zum Antrieb der Maschinen etc. für den Wirtschaftsbetrieb, eine Wasch-, Trocken- und Plättanstalt, ein Gebäude für den Wirtschafts und Desinfektionsbetrieb und zur Unterbringung des weiblichen Dienstpersonals, zwei Wirtschaftsgebäude (ehemalige ländliche Wohnhäuser) für den landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betrieb, eine Meierei mit Nebenanlagen, ein Pförtnerhaus, Leichenhaus mit Sezierraum und anatomischem Museum, ein kleines Isolirhaus für Pockenkranke etc.

Sämtliche Bauwerke sind als schlichte Backsteinrohbauten ausgeführt.

Das Kinderkrankenhaus.

Der Privatwohlthätigkeit seine Entstehung verdankend, wurde es Anfangs der 40er Jahre gegründet, sodann, nachdem es 1846 60 in einem kleinen Vorstadthausc untergebracht gewesen, 1860 in den von E. Klingenberg errichteten Neubau an der Humboldtstrafsc verlegt. Dieses Gebäude wurde 1882 von G. Runge durch den Anbau eines zweistöckigen Pavillons vergröfsert-