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Die Bremer Papyri / von Ulrich Wilcken
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Wilcken:

und auch sonst so häufige ft uiKpd), und da Germanos die 20 Drachmen nicht so leicht einem fremden Jungen anvertraut haben wird, glaube ich, daß der kleine Apollonios sein eigener Junge ist. Dann versteht sich auch der Ausdruck am leichtesten.

8. Vor dem aKouxous, dessen Lesung nach meiner Abzeichnung sicher ist, stehe ich ratlos. Selbst mit Annahme einer Verschreibung bin ich zu keiner Deutung gekommen. Nimmt man an, daß der Schreiber x°"S für x° a S geschrieben hat, so bleibt aKou, was mir unverständlich ist. Außerdem wären 15 Chüs ein derartiges Quantum, daß ihr Transport für den kleinen Apollonios keine Kleinigkeit wäre. So bleibt &kouxou?. Aus dem Griechischen kann ich dies nicht erklären. Ist es aus dem Ägyptischen abzuleiten?

14/15. Unter dem selbstgeschriebenen Gruß des Germanos steht in größerem Abstand von 3. Hand geschrieben nochmals "Eppcoao. Vgl. dazu oben zu 5, 17. Nachdem dies geschrieben war, hat noch wieder ein anderer aus der Umgebung des Germanos (mit 4. H-) das Datum hinzugefügt: während "Gppcocro in kleiner kritzlicher Cursive geschrieben ist, zeigt Z. 15 eine völlig andere, größere, rechtsgeneigte Schrift. Man sieht, wie seine Umgebung sich für den Brief interessierte, und der eine und andere noch etwas Gutes hinzufügen wollte.

Nr. 22. Brief des Demetrios an Apollonios.

P. 50 (Bibl.). H. 12 cm. Br. 12 cm. Die 1. Hand (Recto, parallel der Paginabreite) ist eine sorgfältige, aufrechte, fast der Unziale sich nähernde Schrift. Die 2. Hand (Demetrios) hat mit schwärzerer Tinte geschrieben, die 3. Hand (Z. 12) wieder mit der helleren Tinte. Das Verso (parallel der Paginahöhe, von unten anfangend), könnte von der 1. Hand

geschrieben sein.

Demetrios, der sich in der Adresse als »Freund« bezeichnet, berichtet dem Apol­lonios in diesem Brieffragment von einem Einkauf, den er für ihn gemacht hat, und erbietet sich auch zu weiteren Einkäufen. Der Brief erinnert an den amüsanten Brief Giss. 47 (= W. Chrest. 326) 1 , in dem über zahlreiche Ankäufe, die auf dem Bazar von Koptos für Apollonios gemacht sind, berichtet wird. Eine Ähnlichkeit liegt auch darin, daß hier wie dort die Einkäufer besonders stolz darauf sind, die ihnen gebotenen Preise heruntergehandelt zu haben. Beide Briefe sind ebenso wie die vorhergehende Nr. 21, reine Geschäftsbriefe, die sich" aller persönlichen Phrasen enthalten.

Oben abgebrochen

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1 Vgl. Preis.BL. Schubart, Ein Jahrtausend am Nil 2 (1923) Nr. 53 S.73. Roos, I.e. S. 50, auch Roos, Mnemosyne LI (1923) S. 4i7f.