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Zweiter Teil
am 12. Juli 1850. Nachdem im folgenden Jahre auf Antrag des neu erwählten Amtmannes Gröning der Kirchenbau wieder in die Hand genommen war, wurden zu den noch lebenden drei Mitgliedern des ersten Kirchenvorstandes vom Jahre 1842, den Herren Bagel- mann, Claussen und UlrichL — Simon Abegg war mittlerweile verstorben - die Einwohner Henrich Garrels, Melchior Schwoon, NicolauS Addix und Johann Christian Tieck gewählt, und die Senatskommission beauftragte den also gewählten Kirchenvorstand, den Bau der Kirche zu fördern und zu leiten. In den Bremer Zeitungen und dem hiesigen Blatt „Der Mitteiler an der Unterweser" (gedruckt und redigiert von P. F. Lamberti) wurde eine vom 27. Oktober 1851 datierte „Aufforderung an Bauverftän- dige" erlassen, bis zum I. Januar 1852 Baupläne, nebst Kostenanschlägen bei dem Amte einzureichen, mit der Bestimmung, eine Kirche in würdigem Stile und ungefähr in denjenigen Dimensionen zu bauen, die die angefangene^) haben sollte.
Wir stehen mit dem Herbst 1851 im Angesichte der Stadtwerdung des Fleckens. Wir sind dem Entwicklungsgänge Alt-Bremerhavens nach allen Richtungen gefolgt. Nun möge sich daran noch anschließen eine
Betrachtung über den kulturellen Stand und das äußere Gepräge Bremerhavens unmittelbar vor seiner Stadtwerdung
Es gab nur eine öffentliche Volksschule mit drei Klaffen, in denen der Hauptlehrer Rahe und die Lehrer Groot und Kevell unterrichteten. Alle anderen Schulen waren Privatschulen. Eine öffentliche höhere Lehranstalt gab es nicht.
Der Ort entbehrte auch eines kirchlich selbständigen Lebens. Bre- merhaven war in Lehe eingepfarrt. Zwar wurden Gottesdienste 1849 in der Grünenstraße und 185O in der Auswandererkapelle durch Pastor Dreier (Lehe) für die hiesige Gemeinde, Lutheraner wie Reformierte, abgehalten. Auch wurde vom März 1851 an dem Prediger Dreier die Vornahme von Parochialhandlungen in Bre- merhaven gestattet, aber alle Amtshandlungen waren den Leher Geistlichen, wie schon bemerkt, zur dortigen Eintragung zu melden und die Stolgebühren mit ihnen zu teilen. Es fehlte der Ortsgeiftliche, von
58) Von dieser befindet sich noch hier und da in Bremen, auch im dortigen Staatsarchiv wie in der hiesigen Stadtbiblivthek ein lithographisches Bild.