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Die Seefahrtschule in Bremen
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II.

Gründung und Entwickelung der Seefahrtschule in Bremen.

Von

Otto Fulst.

Als sich nach der Beendigung des amerikanischen Un­abhängigkeitskrieges und mehr noch nach der französischen Revolution die Bremische Schiffahrt rasch entwickelte, als man auch in Bremen anfing, den Seehaudel von den Küsten Europas immer mehr auf die übrigen Erdteile, vornehmlich auf Amerika und die beiden Indien auszudehnen, da machte sich ein Mangel an Schiffern und Steuerleuten, besonders an solchen, die den er­höhten Anforderungen der weiten Reisen gewachsen waren, recht unangenehm fühlbar. Die Schiffer, denen in der damaligen Zeit die Führung der Schiffe anvertraut werden musste, waren mit geringen Ausnahmen Leute von der niedrigsten Herkunft, die nicht einmal die gewöhnliche bürgerliche Erziehung genossen und selbst im Schreiben und Rechnen einen nur sehr lückenhaften Unterricht erhalten hatten. Die Kenntnisse in der Navigation waren bei vielen von ihnen so mangelhaft, dass sie nicht einmal imstande waren die gewöhnlichen Berechnungen zu machen, ge­schweige denn astronomische Beobachtungen anzustellen.

Da es selbst an solchen nur halbfähigen Anwärtern an die Schiffer- und Steuermannsstellen fehlte, so blieb nichts anderes übrig, als fremde, aus dem Hannoverschen oder Oldenburgischen stammende Schiffer, die nur scheinbar ihren Wohnsitz nach Bremen verlegten, indem sie daselbst ein Zimmer mieteten,, ohne es zu beziehen, mit der Führung der Schiffe zu beauftragen.