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Inventar der Quellen zur Geschichte der Wanderungen, besonders der Auswanderung, in Bremer Archiven / bearb. von Peter Marschalck
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Auswanderern das Geld für Unterkunft und Verpflegung ausging, wurden Unterstützungsmaßnahmen notwendig; weil es Übergriffe der für Brasilien angeworbenen Soldaten gegeben hatte, wurden polizeiliche Maßnahmen erforderlich. Weniger allerdings Prob­leme dieser Art als solche, die sich aus dem stärker werden­den Verkehr von Amerikaauswanderern - schätzungsweise 10 000 bis 15 000 im Jahrzehnt zwischen 1820 und 1830 - ergaben, haben dann schon 1832 zur gesetzlichen Regelung des Auswandererwe­sens in Bremen geführt, zur Kodifizierung der Rechte der Aus­wanderer und der Pflichten der mit ihrer Beförderung befaßten Reeder, Makler und Agenten.

III.

Die "Verordnung wegen der Auswanderer mit hiesigen und fremden Schiffen" vom 1. Oktober 1832^^ verpflichtete die Beförderer u.a., "für jedes Schiff vollständige Verzeichnisse der für dasselbe angenommenen Auswanderer" anzufertigen und der zu­ständigen Aufsichtsbehörde - der Inspection für das Auswande­rerwesen - zu übergeben. Mit diesen Passagier listen beginnt die Statistik der Auswandererbeförderung über Bremen, seit

diesem Jahr wurde zumindest die jährliche Zahl der Auswanderer 1 3 )

ermittelt . Die Periode, die - für Bremen - mit dem ersten Auswanderungsgesetz einer deutschen Hafenstadt begann, ist die Periode der deutschen überseeischen Auswanderungen, die erst gegen Ende des 19- Jahrhunderts von der der osteuropäischen Transitwanderung abgelöst wurde. Bis zur Mitte der 1890er Jah­re ist der Verlauf der Auswandererbeförderung über Bremen durch die Auswanderungen aus den deutschen Staaten - für die außer Bremen auch Hamburg sowie französische, belgische und nieder­ländische Häfen wichtige Einschiffungsplätze waren - bestimmt. Die drei großen Auswanderungswellen aus Deutschland (1845/58 mit 1,36 Mio., 1864/73 mit 1,04 Mio. und 1880/93 mit 1,78 Mio.) zeichnen sich auch deutlich in den Zahlen der über Bremen be­förderten Auswanderer ab (0,55 Mio., 0,55 Mio. und 1,39 Mio.), wobei die steigenden Anteile Bremens auf die zunehmende Beför­derung auch nichtdeutscher Amerikawanderer zurückzuführen sind. Bremens Anteil an der Beförderung der deutschen Überseewanderer