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Berlin (West) — Geheimes Staatsarchiv
und Costa Rica bereiste (1907—1909). — Audi andere Berliner Museen hatten Anteil an der Erforschung Lateinamerikas: so das Museum für Naturkunde, das 1824 den Botaniker Deppe nach Mexiko schickte, und das Botanische Museum, das 1902 die Expedition Karl Fiebrigs nach Paraguay ausrüstete. Infolge der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg sowie wegen der Spaltung der Stadt ist von den einst reichen Archiv- und Museumsbeständen in Westberlin nur noch relativ wenig vorhanden. Die früher im Geheimen Staatsarchiv verwahrten preußischen Akten, die während des Krieges zum größten Teil ausgelagert worden waren, sind nach 1945 nicht wieder an ihren alten Platz zurückgekehrt; sie befinden sich teils im Staatsarchiv Potsdam, teils im Deutschen Zentralarchiv, Abt. Merseburg. Die in Berlin-Dahlem verbliebenen Reste sind gering. Unbedeutend im Gegensatz dazu sind die Verluste, die das Museum für Völkerkunde erlitten hat. Die Abteilungen Amerikanische Archäologie und Amerikanische Naturvölker umfassen heute 121 000 bzw. 40 000 Objekte. Nachlässe der am Museum tätigen Gelehrten werden im Ibero-Amerikanischen Institut verwahrt. Die Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz baut sich in der Hauptsache aus den in die ehemaligen Westzonen verlagerten Beständen der früheren Preußischen Staatsbibliothek auf.
Alle hier genannten Institutionen, d. h. das Geheime Staatsarchiv, das Museum für Völkerkunde, das Ibero-Amerikanische Institut und die Staatsbibliothek, gehören zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die durch Bundesgesetz vom 25. Juli 1957 in Berlin errichtet worden ist. Ihre Aufgabe besteht darin, den Kulturbesitz des ehemaligen preußischen Staates zu bewahren, zu pflegen und zu ergänzen. Gleichfalls zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz gehören die Bestände des ehemaligen Staatsarchivs in Königsberg, die sich im Staatlichen Archivlager in Göttingen befinden.
Die Akten des Evangelischen Oberkirchenrates in Berlin befinden sich heute zum größten Teil im Außenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland in Frankfurt am Main.
Archive
GEHEIMES STAATSARCHIV PREUSSISCHER KULTURBESITZ 1 Berlin 33 (Dahlem), Archivstraße 12—14
Die Zuständigkeit des Geheimen Staatsarchivs erstreckt sich auf die Registraturen im Bereich der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, auf das Registraturgut der früheren brandenburgisch-preußischen Zentralbehörden und der Behörden der Provinz Brandenburg. Ferner obliegt dem Geheimen Staatsarchiv die Erfassung und Verwaltung allen historisch wertvollen Materials aus den abgetrennten ehemals preußischen Ostprovinzen. Angeschlossen ist die Betreuung der Bestände des Brandenburgisch-Preußischen Hausarchivs.
Literatur: Melle Klinkenborg, Geschichte des Geheimen Staatsarchivs in Berlin. Abt. 1, in: Mitteilungen der Preußischen Archivverwaltung 18, 1911. — Emst Posner, Der Neubau des Geheimen Staatsarchivs in Berlin-Dahlem, in: