giebt zwei Ursachen,- welche mich an den Schreibtisch bringen. Ich war in Hamburg bei dem dortigen Hanscaten- fcste, und erfuhr ganz zufällig, daß das Mädchen von Bremen, Anna Lühring, *) dort als'Wittwe in höchst beschrankten Behältnissen lebe. Es wäre wohl möglich gewesen, bei der Gelegenheit etwas zu erwirken, indessen es war Bremens Sache. Dies hielt mich ab. Bor einiger Zeit habe ich in Bremen gehörigen Orts das Nöthige angezeigt. Wenn auch -wie zu hoffen und zu erwarten steht, von der Stadt etwas geschieht, so ist dies immer eine Sache, an welcher das Publicum auch Antheil nehmen kann, muß, möchte ich sagen. Durch diese kleine Schrift habe ich dasselbe aufmerksam auf den Gegenstand machen wollen. Indem ich dieselbe zu ihrem Besten herausgebe, habe ich nicht die mindeste Hoffnung, hierdurch etwas zu erreichen. Dergleichen leichte Sachen pflegen die Druckkosten nicht zu geben. Etwas hinwerfen habe ich wollen. Sollte nicht ein Publicum wie das Bremische, besonders Bremens Frauen, die in der Zeit, deren Andenken wir so eben feierten, so großartig auftraten, die so große Summen für die gute Sache aufbrachten, die selbst den Armeen folgten, die Berwundeten zu pflegen, ihr Elend zu mildern, — etwas Dauerndes für unsere Bremische Heldin, die jetzt ein armes altes Mütterchen ist, thun können? Es ist so wenig, was Noth thut.
*) Sie ist die Tochter des verstorbenen Zimmermeisters Lühring in Bremen, nahm 1813Dienste unter Lützows Fußjägern, ohne daß ihre Familie oder sonst jemand davon oder überhaupt wußte, wohin sie sich gewandt hatte. Sie diente unerkannt bis zum Frieden 1811, wie ich vom General Lützow selbst erfuhr, gut und tapfer, und wurde in Berlin von Mitgliedern der königlichen Familie mit Auszeichnung behandelt.