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Von Sansibar zum Tanganjika : Briefe aus Ostafrika ; mit dem Bildniß Böhm's und einer Uebersichtskarte / von Richard Böhm ; nach dem Tode des Reisenden mit einer biographischen Skizze herausgegeben von Herman Schalow
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eingesammelt, sodaß Ihr die Sachen später w uatui-a be­trachten könnt. In Ober- und Unterlippe werden häufig eiserne oder kupferne nadelartige Schmuckgegeustände oder geschliffene Quarzstückchen getragen, was namentlich beim Sprechen sehr sonderbar aussieht. Dazu kommen noch andere Sonderbarkeiten. So ist z. B. der Häuptling Para, der uns oft mit seinem Besuche beehrt, nicht nur mit den mannich- fachsten bizarrsten Zaubermitteln, sondern auch mit großen Klingeln behängt, sodaß er immer unter schlittenpferdartigem Geläut einherstolzirt. Diese Musik begleitet er mit fort­währendem Zähneknirschen, das auch die einzelnen Sätze seiner Reden anmuthig unterbricht und wahrscheinlich einen schreck­lichen oder majestätischen Eindruck machen soll. Ein Sklave trägt ihm stets ein großes Horn nach, das ebenfalls wie die Kinkerlitzchen, die an ihm selbst herumbaumeln,große Me­dicin" ist. Uebrigens sind die Hollo-Hollo entschieden indu­strieller als die Wanjamwesi, und ihre Kleidungsstücke, Mat­ten, Körbe, Schnitzereien oft wirklich hübsch und geschmackvoll verfertigt. Unter letztern sind menschliche Figuren als Fe­tische, Stühle mit Fratzen und die merkwürdigen kleinen Kopf­stützen beachtungswerth, welche jeder mit sich herumträgt, um beim Liegen nicht seine kostbare Frisur zu ruiniren.

27. Juli 1883.

Reichard kam schon am folgenden Tage nach seinem Ab­marsch zurück, da er bei dem Neste, wo er sein Lager auf­geschlagen hatte, keine Spur der Soko fand, und außerdem kein Essen für die Leute zu bekommen war. Die Bewohner waren vor Angst fast gestorben, obgleich Reichard nur mit ge­ringer Begleitung gekommen war. Ein Theil der im hiesigen Dörfchen wohnenden Leute war gleichfalls aus Angst nach einem nördlich gelegenen Ort beim Cap Tembwe ausgewan-