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Von Sansibar zum Tanganjika : Briefe aus Ostafrika ; mit dem Bildniß Böhm's und einer Uebersichtskarte / von Richard Böhm ; nach dem Tode des Reisenden mit einer biographischen Skizze herausgegeben von Herman Schalow
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und breiten Stauseen sammelte, plötzlich ganz aufhörte und nun noch ein zweistündiger sehr mühsamer Weg bis zur Mündung zu Fuß zurückgelegt werden mußte. Dann lag unserMamba" neben den zwei andern Booten im Ugalla- flusse. Hier blies frischer Wind und konnte dasKrokodil" auch seine Segeltüchtigkeit beweisen, wie denn überhaupt sich Neichard mit der sehr mühsamen Herstellung dieses Kielbootes selbst übertroffen hat. Unsere sehr zerfallene Jagdhütte wurde renovirt, und wir beabsichtigten hier noch eine Weile zu bleiben, obwol das Wild augenblicklich nur selten war und die Zeit deshalb mehr mit Botanisiren, dem Schießen und Präpa­riren von Vögeln, Sammeln von Eiern und Skizziren als mit Jagen hingebracht wurde; da rief uns Kaiser's Zettel nach dem öden ungesunden Gonda zurück.

.... Um nun noch auf einen wichtigen Punkt in Deinen: Briefe zu kommen: Sehr erfreut bin ich über die Verlobung Magdalenen's ^eine Cousine, Schwester des verstorbenen H. v. M.^. Es ist das sicher ein recht großes Glück für sie, gerade jetzt nach dem Kummer der letzten Zeit. Was mich freilich betrifft, so ist mir der Gedanke an Verlieben, Ver­loben oder Verheirathetsein schrecklich und verfolgte mich noch neulich in einem schlimmen Traume. Es müßte denn eine Gattin sein, die a 1a. I^acl^ La-Icsr überall mitzöge, und das hat doch auch sehr große Bedenken! Und die Welt zu durch­schweifen, die herrliche Welt, ist doch meiner Ansicht nach das einzig Wahre. Mir scheint, ich habe eben erst in eine andere Welt hineingesehen und müßte, wieder scheidend, nur die tiefe Sehnsucht uach ihr mitheimtragen.

- 5. Mai 1^.

Wir sind noch immer nicht fort; hoffentlich kommt in diesen Tagen unser Akida aus Tabora mit Trägern zurück.