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Bremen in hygienischer Beziehung / hrsg. von Tjaden. Unter Mitw. der Herren: H. Becker, Böhmert, Delbrück
Entstehung
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86
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Sil

Bremen in hygienischer Beziehung.

Vom Fuße des Geestrandes aus zeigt der Strom vielfach Neigung, Wasser an die Oberfläche austreten zu lasseu, er bildet bruchartige Stellen und offne Gräben und Bäche. Nördlich von Brinkum verbreitet und verteilt sich der Grundwasserstrom mehr. Der westlich von Hombach liegende Teil des Grund­wasserstromes speist hauptsächlich die Bäche und gelangt nur zum geringen Teil im Untergrunde weiter nach Norden. Der Vareler Bach nimmt den größten Teil des seinem natürlichen Niederschlagsgebiet entstammenden Grund­wassers, der Klosterbach einen wenn auch nicht unerheblichen, so doch be­deutend geringeren Teil auf. Dieser Grundwasserstrom hat eine unterirdische Begrenzung in dem östlichen Ufer des Tertiärtales, nämlich in dem durch die Bohrungen festgestellten Tertiärrücken zwischen Hache und Ochtum. In den Gruben der Ziegeleien Steimcke und Schnepke bei Syke tritt das Tertiär dieses Rückens zutage.

Das spezifische Gefälle des breiten westlichen Stromes ist sehr verschieden, es schwankt in dem Profil am südlichen Geestrand zwischen 1:660 und 1:140 und ist im Mittel 1:313. Näher nach Bremen zu ist es zwischen 1 :520 und 1:1760 und im Mittel rund 1:1000.

Der zweite von den beiden Strömen auf der linken Weserseite, der östliche, strömt in der Talniederung zwischen Syke und Achim mit der Rich­tung Nord-West auch auf Bremen zu. Beide Ströme laufen in einen spitzen Winkel aufeinander zu und vereinigen sich in der Richtungslinie des Süstedter Baches. Der östliche Strom hat ein sehr geringes Gefälle, nämlich 1: 3000. Der Grund dafür sind die sehr mächtigen und groben Schichten des Unter­grundes.

Auf dem rechten Weserufer kommt ein Strom von dem Achimer Plateau und strömt nach Nord-West. Er wird stark von der Weser beeinflußt.

Die Beschaffenheit des Wassers in dem aufgeschlossenen Gebiete ist sehr verschieden. Die des westlichen Stromes ist nicht ungünstig. Eisen ist, wie zu erwarten war, allerdings überall vorhanden, in der Gegend von Groß­ippener, Bohrung No. 7, enthält das Wasser in größerer Tiefe auch Humin- stoffe, Salz ist auffallend reichlich, bis 4600 1mg Cl in Stuhr, Bohrung No. 8, vorhanden. Diese Salzstelle macht den Strom aber nicht gerade unbrauchbar. Das Salz läßt sich in der Stromrichtung nach unterhalb natürlich weiter ver­folgen und an eine Wasserfassung unterhalb kann nicht gedacht werden. Die zur Eingrenzung der Salzstelle niedergebrachten Bohrungen ergaben aber zum Glück wenig östlich und auch stromaufwärts salzfreies Wasser.

Der östlichere Strom auf der linken Weserseite, auf den große Hoffnungen gesetzt waren, ist leider total versalzen. Jede der drei in größeren Abständen niedergebrachten Hauptbohrungen ergab viel Salz, es wurde bei weniger als 50 m Tiefe bis zu 5925 1mg Cl bestimmt. Dieses den Schichten und der Wassermenge nach vorzügliche Gebiet mußte wegen der schlechten Beschaffen­heit des Wassers aufgegeben werden, ohne daß überhaupt Ergiebigkeitsversuche angestellt wurden.

Auf dem rechten Weserufer ist ein Teil der Bohrstellen wegen Salz und