C. DIE HAUPTEICHTUNGEN DES HEECYNISCHEN SYSTEMS UND IHE PAEALLELISMUS.
Grenzen und Einteilung.
Das hercynisehe Gebirgssystem gehört ganz in das Gebiet des deutschen Mittelgebirges. Ausgezeichnet hauptsächlich durch das Streichen der Kämme, vereinigt dieses System in sich Gebirge, die im geologisch-genetischen Sinne auseinander gehalten werden müssen. Es sind die Glieder des Alpen-Karpaten-Vorlandes, der mitteldeutschen Gebirgsschwelle und der norddeutschen Ebene, die hierher gehören. Nur dort, wo das hercynisehe Streichen auf ein anderes stöfst, läfst sich auch eine scharfe Grenze zwischen beiden Gebieten ziehen, dort aber, wo es allmählich in das Flachland übergeht und nur durch flache, kaum für das Auge bemerkbare Wellen vertreten ist, läfst sich die Grenze bfofs annähernd angeben. Man hat deshalb versucht, den Namen des hereynischen Systems nur auf die grofsen Gebirgszüge anzuwenden. So bezeichnet Otto Delitsch 1 mit diesem Namen die Gebirgszüge und Gebirgsländer, welche an der Donau zwischen Linz und Krems und an den Quellen der Oder, Oppa und March beginnend, in konvergierender Richtung gegen WNW und NW bis in das Tiefland an der Ems und Haase ziehen. Jede der Hauptlinien dieses Dreiecks ist etwa 750 km lang; sie sind im SO 300 km voneinander entfernt und nähern sich im NW auf 20 km. Allein die Spuren des hereynischen Systems sind noch weit aufserhalb der Grenzen dieses Gebirgsdreiecks nachzuweisen. Noch im norddeutschen Flachlande drückt das hercynisehe Gebirgssystem seine Richtung der Zone der
1 Otto Delitsch, Deutschlands Oberflächenform. Breslau 1880, S. 30.