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Beiträge zur Geographie des mittleren Deutschland / hrsg. im Auftrag des Vereins für Erdkunde und der Carl Ritter-Stiftung von Friedrich Ratzel
Entstehung
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VI. DIE LANDSCHAFT DES FLÄMINGS.

Schon mehrfach hatten wir im Verlaufe unserer Abhandlung Gelegenheit, die Landschaft des Flämings zu streifen. Hier gilt es, im Zusammenhange auf sie noch einmal einzugehen, zu zeigen, worin die Eigenarten des Plateaus bestehen, die uns berechtigen, von einer besonderen Landschaft des Flämings zu reden. Streng genommen ist das freilich nicht gerechtfertigt. Denn der Fläming unterscheidet sich landschaftlich nur wenig von dem Bilde, das uns die ganze Mark Brandenburg gewährt. Sprechen wir im folgenden trotzdem von einer Flämingslandschaft, so mufs festgehalten werden, dafs viele der an­geführten Züge auch Geltung für die übrigen zahlreichen Diluvial­plateaus des norddeutschen Tieflandes haben, die nur durch Höhe, Bewässerungsverhältnisse, Thätigkeit des Menschen u. s. w. gewisse Modifikationen erfahren.

Das absprechende Urteil über die märkische Landschaft ist all­gemein. Uralt ist schon die Gewohnheit, von der Streusandbüchse des heiligen römischen Reiches zu sprechen. Und der Fläming vollends war von jeher berüchtigt beim gesamten deutschen Volke, das be­zeichnenderweise, um die Unverschämtheit der Bettler zu charakteri­sieren, das Sprichwort gebildet hat: Handwerksburschen und Bettler gehen sogar über den Fläming!

Und sicher ist es auch, dafs im Fläming das nicht zu finden ist, was der moderne Gebildete unter landschaftlicher Schönheit versteht. Ihm fehlt die Mannigfaltigkeit der Gebirgslandschaft, die alljährlich Tausende von Reisenden in die Alpen oder in die deutschen Mittel­gebirge lockt. Alle Kontraste zwischen hoch und tief, die über den Betrag von 201 m die Höhe von Hagelberg herausragen, gehen ihm selbstverständlich ab und damit auch alle kräftigeren und ener­gischeren Erscheinungen des Wasser- und Luftmeeres. Eine solche Landschaft aber mit so kleinen Dimensionen hat für den Touristen