IL GEOCtKAPHISCHE STELLUNG, (jKENZEN UND GKÖSSE DES FLÄMINGS.
Der Fläming ist ein echtes typisches Glied des norddeutschen Tieflandes und zwar speciell des östlich der Aller gelegenen Teiles desselben. Die eigentümliche geologische Vorgeschichte dieses Gebiets erklärt die mannigfaltig gegliederte Oberfläche, die dasselbe besitzt, und durch die es sieh wesentlich von seiner östlichen breiteren Fortsetzung in Rufsland unterscheidet. Es ist daher eine die Vorstellung irreleitende Gewohnheit, von einer norddeutschen Tiefebene zu reden, wie es immer noch in geographischen und geologischen Werken geschieht. Auch der scheinbar neutralere Ausdruck Flachland ist wenig passend, da wir bei demselben kaum an den geometrischen Begriff der Fläche, — der ja einen weiteren Umfang besitzt als der der Ebene — denken, als vielmehr an das Adjektivum flach, das aber beinahe synonym mit eben ist. Diesen beiden Bezeichnungen gegenüber hat der Ausdruck Tiefland wenigstens den Vorzug, dafs in ihm das orographische Formelement, das in den beiden anderen enthalten ist, fehlt.
Der genannte östliche Teil des norddeutschen Tieflandes zerfällt nach seinem orographischen Charakter in drei Zonen, die von Norden nach Süden in folgender Weise aufeinanderfolgen: Die baltische Seenplatte oder besser baltischer Seenrücken, dessen Lage am Südrande der Ostsee schon durch den Namen gekennzeichnet wird; die von Berendt 1 „Hauptwellenthal" genannte Zone der grofsen Urstrom- thäler, die, wie teilweise der Lauf der Flüsse in diesem Gebiete zeigt, eine westliche oder nordwestliche Richtung in ihren Gliedern nicht verkennen läfst, und der südliche Grenz- oder Landrücken, der sich
1 Berendt und Dam es, Geognostische Beschreibung der Umgegend von Berlin (Abhandlgn. zur geologischen Specialkarte u. s. w. VIII, 1. Berlin 1885).