I, MMENSGrESCHICHTE, KAETOGEAPHISCHEE UND LITTEEAEISCHEE EXKUES.
er Versuch einer landeskundlichen Monographie über den Fläming
J-/ kann nicht umhin, etwas näher auf die Namensgeschichte dieses Diluvialplateaus einzugehen. Eine Notwendigkeit dazu scheint freilich nicht vorhanden zu sein. Es ist allgemein bekannt, dafs der Name des Gebiets auf die holländischen Kolonisten zurückzuführen ist, die vom 12. Jahrhundert an in den slavischen Osten jenseits der Elbe deutsche Kultur und Gesittung trugen. Aber diese Namensgeschichte ist eine äufserst interessante, nicht zuletzt für den Geographen. Man erkennt aus ihr nicht nur, dafs reine Zufälligkeiten die Bezeichnung geographischer Objekte sehr oft bestimmen, sondern auch die methodisch wichtige Thatsache, wie ein blofser Name zur Entwurzelung gewisser Vorurteile beitragen kann und anthropogeographische und ethnographische Thatsachen in ein schiefes Licht zu rücken vermag.
In Bezug auf den Flämingsbewohner war man von jeher überzeugt, dafs die Heimat seiner Vorfahren direkt in den Niederlanden zu suchen sei; ihr Blut, ihr Charakter, ihre Sitten und Gebräuche sollten sich heute noch bei den Ansiedlern des Plateaus nachweisen lassen. Dabei hat man nie im geringsten ermessen, dafs der Volkssegen, der seit dem 12. Jahrhundert aus den Niederlanden nach dem slavischen Osten strömte, ein unermefslicher gewesen sein müfste, wenn er, ganz abgesehen von den übrigen, sicher nachgewiesenen Kolonien, hier im Fläming imstande gewesen wäre, ein eigenes Volkselement zu erzeugen, das sich noch heute in Charaktereigenschaften, Tracht 1 , ja in seinem Dialekt wesentlich von seiner Umgebung ab-
1 Die Volkstracht im Fläming, die heute durch das Eindringen der Stadtmoden vollständig verdrängt ist, zeigt, nach den vorhandenen Resten zu urteilen, viel Verwandtschaft mit der wendischen, speciell mit derjenigen im Spreewald.