Toilette.
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wer Nationaltracht, Das Regenlaken hatte gleich auch den Kopf mit verhüllt und Damenhüte waren daher stets in Bremen unnöthig und unbekannt gewesen. Bei der Enveloppe blieb der Kops unverhüllt, und dessen Verzierung und Bedeckung wurde nun nothwendig. Es wurden daher nun auch Damenhüte eingeführt.
Ebenso brach mit dem Wegfall des Regenlakens das goldene Zeitalter der Friseurs an. Unter dem Negenlaken hatte man nur schlichtes Haar tragen können. Nach seiner Beseitigung fing nun die Coiffüre der Bremer Damen an, alle die phantastischen und ziemlich allgemein bekannten Phasen, welche damals von Paris ausgingen, mit der übrigen Modewelt durchzumachen. Nur daß die Angelegenheit in einer im Vergleich mit Paris doch kleinen Stadt wie Bremen, wo man sich oft mit einem mehr oder weniger geschickten Haarkünstler behelfen mußte, auf besondere Schwierigkeiten stieß und zuweilen eigenthümliche Opfer verlangte. Wollte eine Bremer Dame der letzten Hälfte des .18. Jahrhunderts für den Abend richtig ä 1a m«xl« geschmückt mit einem correcten Aufbau ihrer Haarfrisur erscheinen, und dazu nun den geschickten und allgemein beliebten „Monsieur P... auf den mau, nebenbei gesagt, in Bremen sogar Gedichte gemacht hat, benutzen, so mußte sie sich diesen vielbeschäftigten Künstler schon des Morgens früh kommen und seine Arbeit vollenden lassen und dann den ganzen Tag über sein Werk sorgfältig hüten. Es soll sogar nicht selten vorgekommen sein, daß „Monsieur P..so besetzt war, daß er daraus bestand, den Tag vor dem Feste zugelassen zu werden. Die von ihm behandelte Dame, mnßte sich dann entschließen, wenn die zarte Arbeit fertig war, für die Nacht auf das Bett zu verzichten und, in einen warmen Mantel gehüllt, auf einem Lehnstuhle zu schlafeü, damit nichts an ihren Toupes und Löckchen verschoben und verbogen würde.
Auch die Herren ließen sich nach dem siebenjährigen Kriege, besonders nachdem die altvaterische Perrüke seltener geworden war, „frisiren". Und selbst für die Kinder, Kna-