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Hanseatisches Magazin
Entstehung
Seite
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des alten Fundaments, und bleiben In dieser Amalgamattvn, bis etwa eine neue Schö­pfung sie wieber verwirft, gleich der gesamm- ten menschlichen Kultur. Üebrtgens hat mich ihr friedliches Nebcncinandcrsiehen sehr ver­gnügt, und giebt eine angenehme Abwechse­lung, welche die Monotonie der ganz regel­mäßigen Städte gewiß nicht gewährt. Was neu war, fand ich in, einem guten Ge­schmacke, und dürfte ich von dieser Außenseite Lübecks auf die Bildung ihrer Einwohner schließen, so möchten sie sichs eben nicht reuen lassen, daß noch manches einen alten Schnitt behielt, wenn nur das Neue, was sie an« bauelen, gut und brauchbar ist. Meine Dcn- kuugsart lautet, wie Sie sehen, sehr tolerant, und unter den Bilderstürmern, mit Philoso­phie und ohne Philosophie würbe sie freilich leine sonderliche Rolle spielen.

Von den Merkwürdigkeiten dieser Stadt, die man als Reisender.stets auf der Schnur haben muß, wie der Katholik seinen Rosen­kranz, sah ich, während meines kurzen Auf­enthalls, nur weniges, und Sie werden da­mit, als einem sokrattschcn Mahle, vorlieb nehmen, da ich Überbein ein schlechter Erzäh­ler aller solcher Dinge bin, und nicht als ein gelehrter Neisebeschreibcr haarklein die Ge­schickte jedes Orts im Kopfe habe, wie sie in Büchern gedruckt steht, auch nicht als ein neugieriger Neisebeschreibcr alle Slerbelisten mittheile, wie sie vom Küster aufgeschrieben sin». Sie wollen indeß etwas wissen, und .Ihr Wille ist mir Befehl, meine Vernunft