Ausgabe 
(18.5.1937) Nr. 133
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M

der Nationa

parteiamtliche Lageszeitung

Nachnchtenblatt der Deutschen flrbeitsfront Vremen

«allsten Siemens

flmtsblatt des Senats der §reien Hansestadt Vremen

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R«-Gauverlag Weser-Ems G. m. b. H., Bremen. Gccren K-8 / Fernsprecher: ö-ll 21 und 811 15 .

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

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M.1ZZ /?. Jahrgang

Menstag, 18. Mai 1SZ7

kin;elpreis lS Npf.

flnschlag gegen Italiens Pettoleumjufulir

Unser lagesspiegel

In Albanien ist eine von Moskau inszenierte Revolte sofort niedergeschlagen worden. Francos Truppen können an der Bilbao- Front weitere Erfolge verzeichnen.

In Frankreich sind wiederum spanisch-bolsche­wistische Fliegernotgelandet".

Einen großartigen Sieg errang Deutschlands Fntzball-Nationalels mit 8:l> Über Dänemark. Einen herrlichen Verlaus nahmen die Psingst- fahrten der Nordsee-Woche 1937.

Im Zwischenrundenspiel um die Deutsche Hockeymeisterschaft unterlag der Club zur Bahr dem HE. Heidelberg 0:1.

Im Teterower Vergring-Rennen gab es in der unbegrenzten Klasse einen holländischen Erfolg.

Auf Juist wurden zwei Müttererholungs- heime der NSV. eingeweiht.

........I..

Zuchthaus für

hemmungslosen Betriebssichrer

bi.Glatz, 17. Mai.

Von der Strafkammer des Elatzer Landgerichts wurde ein Vetriebsführer aus Altweißtritz we­gen vollendeter und versuchter Notzucht in je drei Fällen zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Betriebsführer hatte seine Stellung in übler Weise dazu ausgenutzt, den in seinem Betriebe beschäftigten Arbeiterinnen mit allen denkbaren Mitteln nachzustellen.

Herrische srontkampfer in Frankreich

Paris, 17. Mai.

Ein internationales Frontkämpsertrefse« fand wie wir bereits ankündigten, anläßlich der Jah­restagung des gröhlen französischen Kriegsteil- nehmerverbandes in Aix-les-Bains statt. Unter den Abordnungen aus 17 verschiedenen Staaten fand auch die deutsche Abordnung eine sehr freundliche Aufnahme. Die Hakenkreuzbanner wehten bei dem Aufmarsch, an dem sich etwa 30 000 Mann beteiligten, inmitten der auslän­dische« Fahnen und der Trikolore.

Reichskriegsopferführer Oberlindober er­klärte einem Vertreter desExcelsior":Wir treffen uns hier in einer großen Hoffnung mit unseren Kameraden von allen Nationen und vor allem mit denen der Union födSrale, denn ihr Vorsitzender Pichot hat in Deutschland viel getan, um eine Freundschaft unserer beiden Länder her­beizuführen. Durch. solche Frontkämpfertreffen wollen wir vor allem zur moralischen Abrüstung beitragen, die der anderen vorausgehen müsse. Bei der Eröffnung der Vollsitzung erklärte der Präsident Pichot, es bedürfe der moralischen Ein­heit aller Frontkämpfer, um den Krieg zu be­kämpfen.

Am Abend fand in Aix-les-Bains eine ein­drucksvolle Weihestunde im Stadion statt, wo ein Ehrenmahl für die Gefallenen des Weltkrieges errichtet worden war. Mit einer Fackel, die vom Grabmal des unbekannten Soldaten in Paris das ewige Feuer bis nach Savoyen brachte, wurde eine Flamme entzündet, während ein Frie- densschwur gesprochen wurde.

Unter Führung von Oberst Reinhard hat weiterhin eine Abordnung deutscher Frontkämpfer Annecy besucht. Der Bürgermeister der Stadt, Senator Blaue, betonte, daß die Freundschafts­besuche deutscher Frontkämpfer bei den Fran­zosen zur Besserung der Beziehungen zwischen Leiden Völkern beitragen werden, da alle ehe­maligen Frontkämpfer den Frieden wünschten.

London, 17. Mai.

Am Sonntagabend' fand in der Queen Hall die Eröffnungssitzung der Jahrestagung des englischen Frontkämpferverbgndes Britisch Legion statt.. Major Featherstone-Godley, der Vorsitzende des- Landesvollzugsausschusses, betonte, daß die Zu­sammentreffen mit ausländischen Frontkämpfern von größtem Wert seien. Er habe festgestellt, daß überall der Mensch nur einen Wunsch habe, näm­lich in Ruhe und Frieden leben zu können.

Note flrmee unter Stalins suchte!

Moskau, 17. Mai.

Die angekündigten organisatorischen Maßnah­men zur- Verstärkung der politischen Kontrolle in der Roten Armee wurden am Montag mit einem Dekret über die Einrichtung sogenannter Kriegsräte in allen Militärbezirken der Armee und der Flotte eingeleitet.. Dieser Kriegsrat, der die höchste Instanz der Militärgewalt rm jewei­ligen Militärbezirk darstellt besteht aus drei Personen: dem Militärbesehlshaber als Vor­

sitzenden und aus zwei Mitgliedern, die im De­kret nicht näher gekennzeichnet werden. Dies lagt den weiteren Ausführungsbestimmungen einen gewissen Spielraum, doch kann wohl kein Zwei­fel bestehen, daß die beiden dem Militärbefehls­haber beigegebenenRatgeber" parteipolitische Funktionäre für die politische Ueberwachung sein werden.

»Sauner, Kochstapler, Volksfeinde"

Moskau, 17. Mai.

Der Zentralgewerkschaftsrat nahm eine Ent­schließung an, in der festgestellt wird, daß sich rn den Sowjet-Institutionen für Sozialversicherung Gauner, Hochstapler und Volksfeinde" einge­nistet hätten, und daß im Zentralbüro für So­zialversicherung sowie in der Leningrader und Kiewer Gewerkschaftszentrale viele Millionen verschleudert und veruntreut worden seien.

IWgMtt kevolte der Noten In Manien

Moskauer Vraklzieker in die flucht geschlagen

Tirana, 17. Mai.

Die albanische Stadt Argyrokastro wurde in der Nacht zum Pfinastsonntag von einem Aus­standsversuch überrascht, als dessen Urheber bol­schewistische Elemente festgestellt worden sind. Der Revolte, an deren Spitze der frühere Minister Ethem Toto stand, wurde von den Regierungs­truppen ein schnelles Ende bereitet. Die Regie­rung hat energische Maßnahmen zur Sicherung der Ruhe und Ordnung getroffen. In allen anderen Teilen des Landes herrscht absolute Ruhe.

Ueber dieses neueste Unternehmen der kommu­nistischen Internationale besagen die im Laufe des Pfingstsonntag und -montag aus der albani­schen Hauptstadt eingegangenen Meldungen noch folgendes: In der Nacht zum Sonntag besetzte eine Gruppe von Rebellen, die sich aus Zivilisten zusammensetzte und von dem früheren albanischen Minister Toto, einem Gendarmerieoffizier und einem früheren Hauptmann angeführt wurden, die Stadt Argyrokastro und durchschnitten die Telefonleitungen zu den benachbarten Ortschaften

Tepelen, Kurvelsschi und Lrbohova. Ein Offizier der Gendarmerie wurde von den Revolutionären getötet. Von der Regierung wurden sofort alle notwendigen Maßnahmen zur Niederschlagung der Revolte ergriffen. Regievungstruppen um­schlossen die Aufstandszone, um die Ordnung in allen von den Rebellen besetzten Bezirken wie­derherzustellen. Bei ihrem Vorrücken auf Argyro­kastro stießen .sie auf keinerlei Widerstand. Am Bergpaß Proci begegneten die Truppen den Re­bellen, die nach kurzem Widerstand in völliger Auflösung die Flucht ergriffen und von den 'Re­gierungstruppen verfolgt wurden. Ismat Toto, der Bruder des Rebellenfiihrers, und zwei wei­tere Aufständische wurden getötet.

Bei den Getöteten und zahlreichen Gefangenen wurde Material gefunden, das ganz klar erkennen läßt, daß auch diese Revolte auf albanischem Boden von Sowjetagenten angezettelt worden ist. Dem König gehen aus allen Teilen des Landes Ergebenheitstelegramme zu, in denen das verbrecherische Unternehmen verurteilt und als ein Werk der Kommunisten gebrandmarkt wird.

Es sei darauf hingewiesen, daß Albanien schon früher Stützpunkt und Ausgangspunkt bolschewistischer Umsturzversuche auf dem Balkan war. Unter der Führung des mit

Moskau sympathisierenden damaligen alba­nischen Ministerpräsidenten Fan Noli sollte Albanien als bolschewistisches Zentrum auf dem Balkan ausgebaut werden. Fan Noli hatte seinerzeit mit Moskau einen Vertrag geschlossen, der die Entsendung einer großen sowjetrussischen Osfiziersabordnung nach Albanien vorsah. Auch der damalige sowjet- russische Gesandte in Tirana war ein Ange­höriger der Roten Armee. Dank dem Ein­greifen des albanischen Königs Achmed Zogu, der sich auf die Hilfe Italiens stützen konnte, war es möglich, jene Bolschewisierungsver- suche zu unterdrücken, so daß Albanien zu friedlicher Aufbauarbeit gelangen konnte. Die Tatsache, daß die jetzigen Aufstandsver­suche gerade in Südalbanien unternommen wurden, wo mehrere italienische Wirtschafts­unternehmungen ihren Sitz haben es be­finden sich dort mehrere Petroleumquellen, deren Ausbeute für Italien während des abessinischen Krieges besonders wichtig war, läßt den Schluß zu, daß die von Moskau dirigierten Aufständischen vor allem italienische Interessen treffen sollten.

Das Programm für den öautag westr-kms

Bremen, 17. Mai.

Nachdem wir die Veranstaltungsfolge des Gau- tages Wesör-Ems, verbunden mit der Ein­weihung der neu errichteten niederdeutschen. Ge­denkstätteStedingsehre" aus dem Vookholzberg, unseren Lesern bereits eingehend mitteilen konn­ten, bringen wir im folgenden das vollständige Programm in seiner amtlichen Fassung:

2S. Mai 1SZ?

8 Uhr: Einleitung des Eautages durch den

Marsch eines Fanfarenzuges des Jungvolks durch die Hauptstraßen der Stadt Oldenburg. 1012 Uhr: 1. Sondertagungen der Aemter:

Eau-Organisatiönsamt. Leiter: Eau-Organisationsleiter Pg. Walkenhorst. Redner: Reichsamtsleiter Pg. Mehnert. Lokal: Hahns Gaststätten (früher Union'), Heiligengeiststraße. Beginn: 1v Uhr.

Eau-Personalamt. Leiter: Eau-Haupt- stellenleiter Pg. Eilers. Redner: Pgg. Lam- hofer, Jennes und Madl aus dem Reichsperso­nalamt. Lokal: Haus Schöneck, Ecke Haaren- und Kurwickstraße. Beginn 10 Uhr.

Gau-Schülunasamt. Leiter: Eau-

schulungsleiter Pg. Buscher. Redner: Pg. Scheidt aus dem Stäbe des Reichsleiters Pg. Rosenberg und ein Vertreter des Haupt­schulungsamtes. Lokal: Hotel Graf Anton Günther (Spiegelsaal). Beginn: 10 Uhr.

Eau-Propagandaainst Leiter: Eau- propagandaleiter Pg. Schulze. Redner: Pg. Michels aus der Reichspropagandaleitung. Lokal: Papes Hotel, am Wall. Beginn: 10 Uhr.

Gau-Schatzamt. Leiter: Gau-Schatz­

meister Pg. Pfeffermann. Redner: Pg. Sau- pert, Stabsleiter des Reichsschatzmeisters und Reichs-Oberrevisor Pg. Herberz. Lokal: Pschorrbräu, Baumgartenstraße. Beginn:

10.30 Uhr.

Gau-Gericht. Leiter: Eaurichter Pg.

stm rs. und Z0. Mal 1SZ? in klldenburg

Bertram. Redner: Eaurichter Pg. Bertram. Lokal: Landtagsgebäude, Sitzungssaal. Beginn: 10 Uhr.

Gau-Presseamt. Leiter: Eau-Presis-

amtsleiter Pg. Aßling. Redner: Eau-Presse- amtsleiter Pg. Aßling. Lokal: Hahns Gast­stätten (früher Union), Heiligengeiststraße. Beginn: 10 Uhr.

Eauwaltung der DAF. Leiter: Gau- obmann Pg. Dieckelmann. Redner: Pg. Kern aus der Reichsleitung DAF. Lokal: Reichs­hof, Am Stau. Begrün: 10 Uhr.

Amt für Kriegsopfer. Leiter: Eau- anitsleiter Pg. Kröger. Redner: Pg. Meckel aus der Reichsdienststelle der N2KOV. Lokal: Mooriemer Hof (Stolle), Lange Str. 7. Beginn: 10 Uhr.

ÄS. -Frauenschaft. Leiterin: Gau-

frauenschaftsleiterin Frl. Klausing. Red- nerin: Eaufrauenschaftsleiterin Frl. Klausing. Lokal: Diensträume der NS.-Frauenschaft, Am Stau 18. Beginn: 10 Uhr.

NSD.-Studentenbund. Leiter: Eau- Studentenbundführer Pg. Weber. Redner: Pg.Horn, Stellvertreter des Reichsstudentenbund­führers. Lokal: Aula der Hochschule für Leh­rerbildung (HfL.), Peterstraße. Beginn: 10 Uhr.

Amt für Kommunalpolitik. Leiter: Eauamtsleiter Pg. Bernhard Meyer. Red­ner: Eauamtsleiter Pg. Bernhard Meyer. Lokal: Cafs Central (CC.), Lange Straße. Beginn: 10 Uhr.

Amt für Beamte. Leiter: Eau-Amts- leiter Pg. Bertram. Redner: Reichs-Haupt- stellenleiter Dr. Rudolph. Lokal: Hinden- burg-Haus, Heiligengsiststraße. Beginn: .10 Uhr.

Amt für Technik. Leiter: Eauamtsleiter Pg. Haschenburger. Redner: Pg. Dr Kurz aus dem Hauptamt für Technik. Lokal: Hotel Neues Haus, Heiligengeiststraße. Beginn: 10 Uhr.

R a s s e p o l i t i fch e s Amt. Leiter: Eau­amtsleiter Pg. Dr. Brandt. Redner: Reichs­amtsleiter Dr. Groß. Lokal: Schloß (weißer Saal). Beginn: 10 Uhr.

Eau-Rechtsa'Mt. Leiter: Eauamtsleiter Pg. Grashorn. Redner: Reichs-Hauptstellen- leiter Pg. Eauweiler. Lokal: Hotel Graf Anton Günther (Klubzimmer). Beginn: 10 Uhr.

Eauwirtschaftsberatung. Leiter: Eauwirtschaftsberater Pg. Fromm. Redner: Pg. Köhler, Leiter der Kommission für Wirt­schaftspolitik. Lokal: Livilkasino (großer Saal), Kasinoplatz. Beginn: 10 Uhr.

AmtfürVolkswohlfahr t. Leiter: Eau­amtsleiter Pg. Denker. Redner: Reichsamts­leiter Pg. Althaus. Lokal: Hahns Gaststätten (früher Union), Heiligengeiststraße. Beginn: 10 Uhr.

2. Sondertagung der Ortsgruppen- und Kreis­leiter

Leiter Stelln. Gauleiter Pg. Joel. Red­ner: Gauleiter Röver. Lokal: Hahns Gast­stätten (früher Union), Heiligengeiststraße. Beginn: 10 Uhr.

3. Führertagung der Gliederungen

Leiter: SA.-Eruppenführer Vöhmcker. Redner: SA.-Eruppenführer Vöhmcker. Lokal: Ammerländer Hof, Ofener Straße. Beginn: 10 Uhr.

13 Uhr: Verpflegung aus Feldküchen.

18 Uhr: Führertagung des Gaues.

Teilnehmer: a) Ehrengäste; b) Alte Garde; e) die früheren Landtagsabgeordneten und Redner; ck) die Politischen Leiter vom Orts­gruppenleiter aufwärts; e) die Führer der Gliederungen vom Führer eines Sturmes auf­wärts; k) die Vertreter der Kommunal- und Staatsbehörden vom Beigeordneten und Bür­germeister an, einschl. aller Regierungsräte bis zu den Regierungschefs. Leiter Gauleiter Röver. Redner: a) Ministerpräsident Joel. Thema: 5 Jahre nationalsozialistischer Regierung in Oldenburg; K) Reichsinnenmini­ster Dr. Frick. Thema: Partei und Staat; v) Gauleiter Röver. Schlußwort. Lokal: Zeltbau auf der Dobbenwiese.

20 Uhr: Festauffllhrung im Landsstheater:

Egmont".

Gleichzeitig: Kameradschaftsabend im Zeltbau (Dobbenwiese).

Z0. Mai 1SZ?

6 Uhr: Wecken.

g Uhr: Ecneralappell der gesamten NSDAP. Weser-Ems.

Leiter: Gauleiter Carl Röver. Redner: u) Reichslciter Rosenberg; b) der Stell­vertreter des Führers Pg. Rudolf Heß; a) Schlußwort des Gauleiters. Ort: Dobben­wiese.

11 Uhr: Beginn des Vorbeimarsches am Schloß­platz vor dem Stellvertreter des Führers.

Durchmarsch st raß e n:Dobbenplatz,Rum­melweg, Osener Straße, Friedensplatz, Heiligen­geist-Wall, Lange Straße, Markt, Kasinoplatz.

Verpflegung der Bookholzberg-Teilnehmer aus Feldküchen auf dem Bookholzberq.

Ab 18 Uhr: Bolkssest.

Veranstaltung der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" im Zeltbau auf der Dobben­wiese, Sportvorführungen,, Trachlenschau, Schau­veranstaltungen der Wehrmacht.

15.30 Uhr: Beginn der Einweihungsscierlich-

kciten aus dem Bookholzberge.

Leiter: Gauleiter Röver. Redner: Reichs­leiter Alfred Rosenberg. Schlußwort des Gauleiters.

18.30 Uhr: Beginn der Aufführung: De Stedinge.

21 Uhr: Zusammenkunft der Eauamtsleiter, und Kreisseiter mit den anwesenden Gästen aus dem Reich im Blockhaus Ahlhorn.

kliiareocker 8:0-8ieA üsr äeutsclisn knllbaNsr im r.ünckvrüanipt Mge» VLnemark. vnsor Stick Lsixt .sin Loxkb-sllckusll xor. ckow Mulsokea Dop. (Kasbilkrlioksi: Ssriokt im SxopMÄ.) Msltbilck

KAM

Holland fintvalilkampf

Sie srontstellunp der Parteien

kk. kvlü. In Holland werden demnächst die Wahlen zur Zweiten Kammer einen Einblick in das seit 1933 wesentlich veränderte Stärkeverhältnis der einzelnen politischen Gruppen und in die Zukunftsaussichten der staatserhaltenden Kräfte des Landes gewäh­ren. Der Wahlkampf, von den Nationalisten auf der einen Seite und den hinter der Re­gierung Colijn stehenden Parteien sowie den Kommunisten andererseits geführt, läßt um so mehr auf eine grundsätzliche Entscheidung schließen, als das Unterhaus der holländischen Volksvertretung während des jetzt beendeten vierjährigen Arbeits­abschnittes infolge seiner sehr buntscheckigen Zusammensetzung eine Ueberbrückung der scharfen innerpolitischen Gegensätze in kei­ner Weise in die Wege leiten konnte.

Zunächst ein Blick aus die Parteien- verhältnisse, die das Parlament b i s - her widerspiegelte: Die beiden größten

Parteien Hollands, die Katholische Staats­partei und die Sozialdemokraten, konnten vor vier Jahren 28 und 22 Parlamentssitze, insgesamt also die Hälfte der 100 Plätze, ein­nehmen, während die beiden maßgebenden protestantischen Parteien, nämlich die Anti- revolutionäre Partei und die Christlich-Histo­rische Partei, insgesamt 36 Abgeordnete in die Kammer entsandten. Die Liberalen und Freisinnigen Demokraten waren Mit 13 Ab­geordneten vertreten und die Kommunisten mit 4 Moskauer Agenten, zu denen sich noch einUnabhängiger Kommunist" gesellte. Drei weitere Splitterparteien hatten es auf je einen Sitz gebracht. Sehr viel anmaßender hätte der Parteiegoismus also sein Zepter nicht schwingen können!

Inzwischen haben sich durch das Anwachsen der von Mustert geführten Nationaal Socia­listischen Beweging in Nederland (N. S. B.) die Fronten erheblich verschoben, worauf wir noch näher eingehen werden. Zuvor seien noch die Regierungsverhält­nisse skizziert. Wenn das Kabinett Colijn auch nicht als ein rein parlamentarisches Ministerium anzusprechen ist es trat zum Beispiel nicht zurück, als die Kammer eine wichtige Regierungsvorlage ablehnte, so wird es doch offensichtlich von den Katholi­ken, den Protestanten und den Demokraten gestützt. Die Sozialdemokraten hatten es bei der Regierungsbildung vorgezogen, auf antidynastischer Basis in der Opposition zu bleiben, doch sind sie jetzt, um zwischen dem Regierungsblock und den Nationalisten nicht zermalmt zu werden, der Krone gegenüber zum Doppelspiel scheinheiligerKompromiß­bereitschaft" übergegangen. Auch ihre ein­seitige Abrüstungsforderung haben sie über Bord geworfen und damit ein neues sicht­bares Beispiel ihrer Grundsatzuntreue ge­geben.

Angesichts der Zwiespältigkeiten bei den bürgerlichen Parteien und der wachsenden Opposition innerhalb der roten und rosa­roten Gruppen könnte man leicht zur An­nahme neigen, daß der Erneuerungsbewe- gung des sich zum autoritären Staatsprinzip bekennenden Ingenieurs Mustert ein groß­artiger Wahlsieg sicher sein müsse. Dieser opti­mistische Schluß würde jedoch der politischen Wirklichkeit nicht ausreichend Rechnung tragen; denn' vier Tatsachen dürfen hier nicht übersehen werden. Erstens: die straffe, zielbewußt durchgeführte Ausklä­rungsaktion Musserts hat die in ihrem Lebensnerv getroffenen alten Parteien plötzlich unter den Fittichen des Minister­präsidenten Colijn, der trotz gegenteiliger Lehren der Vergangenheit auf das parla­mentarische System schwört, zu einer son­derbaren Brüderlichkeit vereint; zweitens: infolge dieser einseitigen Frontstellung gegen Mustert ist es den Moskauer Kommunisten möglich gewesen, ihre antinationale Agita­tion ungestört fortzusetzen und ihle Posi­tion zum , mindesten nicht schwächen zu lassen; drittens: Ministerpräsident Dr. Hen­drik Colijn, der als 68jähriger auf eine glänzende Militär- und Verwaltungslauf­bahn zurückblicken kann und schon einmal, als Kriegsminister mit Erfolg vor die brei­teste Oeffentlichkeit trat, genießt über die ihm nahestehende Antirevolutionäre Partei hinaus in weiten Kreisen seines Landes hohes Ansehen; viertens: die neue wahltech- nische Berechnungsart für die Verteilung der Restsitze in Holland begünstigt in auffallen­der Weise die bereits vorhandenen großen Parteien. Dazu kommt, daß neben der am Wahlkampf erstmalig teilnehmenden N. S. B. der Verband für Nationalen Wiederaufbau, der Niederländische Faschistenbund sowie der Nationale Iugendbund weiterhin um Anhän­ger werben. Bei dieser wahlpolitischen Ge-. samtlage würden Voraussagen über das Er-