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Nr. ;06 / Z. Jahrgang
Vienstag, 5. November
kinzelpreis 1S Npf.
wirtschaftsverttag mtt Polen unterzeichnet
erstmalig der Srundsatz der Meistbegünstigung für den wirtschaftsoerkestr Mischen beiden Ländern eingefichrt
Unser lagesspiegel
Nach eingehenden Verhandlungen wurde gestern in Warschau der deutsch-polnische Wirtschaftsvertrag unterzeichnet.
Mit einem abessinischen Großangriff gegen die italienische Nordsront rechnet man Mitte November.
Die italienische Presse richtet scharfe Angriffe gegen die sanktionsfiihrenden Mächte.
Die neue dänische Regierungsliste wurde am Montag vom König bestätigt.
Die Veröffentlichung der Stimmzisfern zur griechischen Volksabstimmung bestätigt den überwältigenden Sieg der Monarchisten.
In Japan herrscht tzroße Entrüstung über eine angebliche Anleihe Englands an China.
Füns englische Feuerwehrossiziere weilten gestern zu Studienzwecken bei der Bremer Feuerwehr.
Im Jahre 1334 waren in der deutschen Seeschiffahrt 6366 Seeleute mehr beschäftigt als 1833.
Zur Förderung des bremischen Durchfrachtverkehrs ist im Hasen die Gruppe der Kahnstauer gebildet worden.
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Umbildung der dänischen Negierung
Kopenhagen, 5. November Nach den Wahlen zum dänischen Folketing am 22 Oktober haben Verhandlungen über eine Um- bWiung der aus Sozialdemokraten und Demokraten bestehenden Regierung stattgefunden, die am Montag abgeschlossen worden sind.
Sie hatten das Ergebnis, daß die bisherigen Minister für Justiz, soziale Angelegenheiten, Handel, öffentliche Arbeiten, Unterricht und kirchliche Angelegenheiten ihre Aemter niederlegten. Nutzer diesen fünf Ministerien war das Verteidigungs- ministerium neu zu besetzen, das bisher Ministerpräsident Stauning innegehabt hat. Bis auf das Justizministerium, das der bisherige Sozialminister übernommen hat, wurden die übrigen süns Ministerien mit neuen Männern besetzt.
Die neue Ministerliste wurde im Laufe des Montags vom König bestätigt. Die neue dänische Regierung setzt sich folgendermaßen zusammen: Ministerpräsidium: Stauning, Sozialdemokrat,
unverändert: Aeutzeres: Dr. Manch, Demokrat, unverändert: Finanzen: H, P. Hansen, Sozial- demokrat, unverändert; Inneres: Dahlgaard, Demokrat, unverändert; Justiz: Steincke, Sozial- demokrat, bisher soziale Angelegenheiten; Landwirtschaft: Bording, Sozialdemokrat, unver
ändert, Verteidigung: Alsing Andersen, Sozialdemokrat, neu; Soziale Angelegenheiten: Christenscn, Sozialdemokrat, neu; Handel, Industrie und Seefahrt: Kjaerböl, Sozial
demokrat, neu; Unterricht: Jörgensen, Demokrat, neu und Kirchliche Angelegenheiten: Johannes Hansen. Sozialdemokrat, neu.
Von den neuen Ministern hatten der Vertei- digungs- und der Unterrichtsminister bisher den Vorsitz der sozialdemokratischen bzw. demokratischen Folkcting-Fraktion. Der neue Handelsminister kommt ebenso wie der Minister für soziale Angelegenheiten, der dem Landsting angehört, aus der Gewerkschaftsbewegung, Der Minister für öffentliche Arbeiten, bisher Direktor einer Hypothekenbank, bekleidete das Amt des zweiten Vorsitzenden der sozialdemokratischen Folketing-Fraktion. Der neue Kirchenminister, der von Beruf Lehrer ist, gehört dem Landsting an.
Markisten überfallen Vlamen
Brüssel, 5. November
Der Dlämische Nationale Verband (VNV.) veranstaltete am Sonntag eine neue große Anti- kriegskunbgebung in Antwerpen als Antwort auf die von den Marxisten vor einigen Wochen gestörte Versammlung. Während die Kundgebung diesmal einen ungestörten Verlauf nahm, kam es später auf der Straße zu schweren Zusammenstößen, Mitglieder des VNV. wurden auf dem Marsch in ihr Versammlungslokal im benachbarten Berchem von Kommunisten und Sozialdemokraten überfallen. Es entstand eine Schlägerei, bei der fünf Personen schwer verletzt wurden. Ein starkes Gendarmericaufgebot aus Antwerpen mußte zur Mederberstcllnng der Ruhe eingesetzt werden.
Reue Lustiahrtlinie Amsterdam—LluNhül.n. Verhandlungen zwischen Vertretern der NLM. und der schwedischen Lnstfayrt-Gwellichas! baden zu dem Ergebnis geführt, daß am 1. Juli 17rin eine neue Lust- fas i'ini,- Amsterdam—Stockqolm über Malmö und Keprnhagni «rnssnei werden wird.
Japan aui der Londoner Flottrnkonserenz. Tas japanische K.Mnctt hat den edcmalieen Berliner Notschalter l.aqai und Admiral ):,iaano als Vertreter 'üe v,. i >nd»ncr Jiottenkonscrenz . -nannt. Tie bisherig,-- Fari-rrungen aus Gleichheit der Gesamt- tonnage und Abrüstung zur Lee sollen aufrechterhalten und politische Erörterungen abgelehnt werden.
Warschau, 5. November.
Ein deutsch-polnischer Wirtschaftsvertrag ist am Montag um 19 Uhr in Warschau unterzeichnet worden. Das amtliche Kommuniqus darüber lautet:
Am 4. November 1935 ist in Warschau ein deutsch-polnischer Wirtschaftsvertrag unterzeichnet worden, der den gesamten Warenverkehr zwischen den beiden Ländern auf der Grundlage der Meistbegünstigung regelt und eine Erweiterung der Warenumsätze unter Berücksichtigung der beiderseitigen wirtschaftspolitischen Erfordernisse vorsieht. Die Zahlungen für den gegenseitigen Warenverkehr werden auf dem Verrechnungswege abgewickelt werden.
Um sicherzustellen, daß das vereinbarte Vertragssystem reibungslos arbeitet, werden von beiden Seiten Regierungsausschüsse eingesetzt, die in ständiger enger Fühlungnahme miteinander alle bei der praktischen Auswirkung etwa entstehenden Hemmnisse beseitigen sollen.
Deutscherseits ist der Vertrag von dem deutschen Botschafter von Moltke und dem deutschen
Delegationsführer Botschaftsrat Hemmen, pol- nischerseits vom Unterstaatssekretär im polnischen Ministerium für auswärtige Angelegenheiten, Traf Szembek, und dem polnischen Delegationsführer Ministerialdirektor Sokolowski unterzeichnet worden. Der Vertrag, der ratifiziert werden soll, wird am 20, November vorläufig in Kraft gesetzt werden.
Der Abschluß dieses zunächst auf ein Jahr befristeten, aber im Falle der Nichtkündigung automatisch weiterlaufenden Vertrages, der das Ergebnis mehrmonatiger Verhandlungen in Berlin und zuletzt in Warschau darstellt, bedeutet dank der Gewährung der Meistbegünstigung nach dem Zollfriedensprotokoll vom 7. März 1934 einen weiteren Schritt auf dem Wege zur Normalisierung der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Polen und entspricht daher der Entwicklung der politischen Beziehungen zwischen diesen Leiden Ländern.
Zu dem Abschluß des bedeutsamen deutsch-polnischen Wirtschaftsvertrages wird der „Volkswirt
schaftlichen Korrespondenz" von maßgebender Seite geschrieben:
Mit diesem Abkommen ist ein Wirtschaftsvertrag unterzeichnet worden, der die rechtlichen Grundlagen für den Warenverkehr zwischen Deutschland und Polen regelt. Der umfangreiche Wirtschaftsvertrag mit seinen Unterabkommen und Anhängen setzt an die Stelle der bisherigen „Kompensationsabkommen", Kontingentsund sonstigen Einzelregelungen einen wichtigen Neubau, der den gesamten Warenverkehr zwischen beiden Ländern umfaßt und auf Grundlagen stellt, die den beiderseitigen wirtschaftlichen Belangen entsprechen. In den Verhandlungen über den Wirtschaftsvertrag ist jene „klare und offene Sprache" geführt worden, die seit dem für die Neugestaltung der deutsch-polnischen Gesamt- beziehungen grundlegenden Vertrage vom 26. Januar 1934 nach einem Worte des polnischen Außenministers Beck den „Boden für den Aufbau dauerhafter Formen eines guten nachbarlichen Verhältnisses^ geschaffen hat.
(Fortsetzung auf Seite 2)
was wird nach Senf!
lVon unserem nach Oenk entsandten Verliner Vertreter)
Genf, 4. November.
Die wirtschaftlichen Sanktionen sind endgültig beschlossen. Sie treten am 18. November gegen Italien, vielleicht noch mit Verschärfungen hinsichtlich der Einfuhr von Kohle, Oel, Petroleum, Eisen und Stahl, in Kraft. Man verhandelt noch über Schuldenregelung, Durchfuhrsragen und über das schwere Problem, das die Staaten für die Freunde der Sanktionen heraufbeschwören, die nicht Mitglieder des Völkerbundes sind oder den Sanktionen sich nicht angeschlossen haben. Diese Hemmungen sind aber für die politische Bedeutung des letzten Beschlusses von Genf nicht entscheidend. Es gäbe nur noch eine Möglichkeit gegen die wirtschaftlichen Sanktionen: Ein Vorschlag Mussolinis, der den Rat des Völkerbundes veranlaßt, das gesamte Sanktionsverfahren abzubrechen. Wird das in den nächsten zwei Wochen möglich sein?
Die Meldungen aller Zeitungen der Welt sprechen gegen solche Ausfichten für den Frieden, dem das neutrale Deutschland den Weg sicher nicht versperren würde. Die Zeitungen haben mit ihrem Pessimismus recht, mit Ausnahme einer, zunächst gar nicht beachteten, und dann auch in den Berichten meist nicht erwähnten Wendung, die in Genf im letzten Augenblick inszeniert wurde.
Die Verhandlungen der letzten zwei Wochen sind tatsächlich gescheitert. Ihr Ursprung waren Vorschläge des Vatikans, E nach einer Unterredung zwischen dem Papst und Mussolini aufgestellt wurden. Es mischten sich dabei italienische mit katholischen Wünschen. Abtretung eines Teiles von Abessinien an Italien, ein Mandat Italiens über den Rest von Abessinien, ein Hafen für Abessinien unter italienischer Kontrolle, — das ergibt Möglichkeiten für katholische Mission unter den koptischen Christen und den Mohammedanern. Außerdem würde eine diplomatische Aktion des Vatikans für Mussolini das italienische Volk so stark der katholischen Kirche verpflichtet haben, daß Rom wieder etwas mehr katholisch und vielleicht etwas weniger faschistisch geworden wäre.
Der Versuch des Vatikans wurde vom französischen Ministerpräsidenten Lava! aufgenommen. Französische und englische Sachverständige setzten sich in Paris zusammen und arbeiteten einen Bericht aus, der von der Regierung in London abgelehnt wurde. Es blieb nur ein gewisses Einvernehmen darüber übrig, daß man Italien die Randgebiete zugestehen will. Dann trafen sich die Minister in Genf. Aloisi, der italienische Vertreter, traf in der Stadt des Völkerbundes ein, als Laval, Hoare und Eden schon einig waren. Man hatte bereits beschloßen: Die englisch-französische Zusammenarbeit wird stark herausgestellt. Beide Staaten betrachten die Verhandlungen als gescheitert, drängen auf schnellsten Beschluß für die wirtschaftlichen Sanktionen, betonen ihren Willen, nur mit dem Völkerbund zu arbeiten.
Laval hatte zwar Aloisi nach Genf gerufen. Aber Laval kann heute so und morgen so, wenn es ihm taktisch richtig erscheint. Seine Unterhaltung mit Aloisi war kühl. Er sagte zuerst eine gemeinsame Unterredung mit Hoare zu, widerrief sie, weil sein englischer Freund gesellschaftlich verhindert sei, und überließ Aloisi später allein einer Aussprache mit Hoare, die kein Ergebnis bringen konnte. Mussolinis Delegierter telephonierte mit Rom und erhielt die einzige Instruktion nicht, die weitere Verhandlungen möglich gemacht hätte, d. h. ein Angebot, das unter allen bisherigen Forderungen Mussolinis hätte liegen müssen.
Und dann kam die einzige öffentliche Sitzung der Sanktionskonferenz mit dem Zweck, Laval und Hoare das Wort vor aller Welt zu geben. Vorher baten Frankreichs Ministerpräsident und Englands Außenminister den plötzlich in Genf angekommenen belgischen Ministerpräsidenten, van Zeeland, zum Frühstück. Belgiens Königshaus hat Italiens Kronprinzen die Gemahlin gegeben. Die belgische Regierung hat gute katholische Beziehungen . . .
Daraus entsprang die kleine neue Wendung. Zunächst gab es eine kleine Enttäuschung. Man hatte den Stichtag für die wirtschaftlichen Sanktionen festgesetzt und wartete auf die Berichte über Englands und Frankreichs Botschaft der Einigkeit und Entschlossenheit. Statt dessen erinnerte Laval an den Freundschaftsvertrag mit Italien und sagte auf hundert Worte für die Verständigung nur zwei unklare Worte für die Sanktionen. Hoare erklärte ausdrücklich, daß er über die Verhandlungen nichts sagen könne, gab den Pessimisten recht, stimmte Laval zu und enttäuschte doch. Aber dann kam van Zeeland und...
Die meisten hatten angenommen, das Wichtige sei schon geschehen. Doch van Zeeland schlug vor, obwohl es völkerrechtlich nicht ganz richtig war, sozusagen hinterherum. Frankreich und England zu weiteren Verhandlungen mit Italien zu beauftragen. Wer unterstützte diesen Vorschlag? Der katholische Bundesrat der Schweiz, Motta. der für den Katholizismus noch nicht ganz verlorene spanische Delegierte und der auch für
(rneute Verhandlungen London - Paris - Nanu
Senf dementiert die Übertragung eines Mandats an kngland und Frankreich durch die Sanktionskonferen;
(Digbtbsrivbt nnssrsr LsrUver LebriktisitiioZ) Berlin, 5. November.
Nach dem vorläufigen Abschluß der Sanktionskonferenz in Genf wertet man das politische Ergebnis in den maßgebenden diplomatischen Kreisen des Auslandes, wie in Berlin bekannt wird, folgendermaßen: 2n der Schlußsitzung der Konferenz am Sonnabendabend hat sich ein sehr merkwürdiger Vorfall abgespielt. Der belgische Ministerpräsident van Zeeland hielt eine Rede, in der er eine Wetterführung der Verhandlungen mit Italien durch England und Frankreich empfahl. Diese Anregung hat sich inzwischen stark ausgewirkt. Die amtliche französische Nachrichtenagentur Havas hat, obwohl das gar nicht mit den Verhandlungen der Sanktionskonferenz oder gar mit ihren Vollmachten übereinstimmt, in einer kurzen Meldung behauptet, daß die Sanktionskonferenz England und Frankreich ein offizielles Mandat zu Verhandlungen mit Italien übertragen habe.
Der englische Außenminister, der noch am Sonnabendabend in einer Rundfunkrede nur vom Wunsch der Sanktionskonferenz oder des Völkerbundes nach weiteren Verhandlungen mit Italien durch England und Frankreich gesprochen hatte, hat nun auch in London erklärt, daß ein Mandat zu Verhandlungen erteilt worden fei. Inzwischen ist aus Genf bekanntgeworden, daß einzelne Staaten eine völlig andere Ansicht vertreten und das offizielle Organ des Völkerbundes hat kurzerhand erklärt, es sei die private Angelegenheit von Laval und Hoare, wenn sie mit Italien Verhandlungen führen wollten. Die Aufgabe, den Krieg möglichst schnell zu beendigen, liege nur in der Hand des Völkerbundes und des Rates und vorläufig diene der Völkerbund dieser Aufgabe nur durch die Anwendung der Sanktionen, aber nicht durch Verhandlungen, da ein Auftrag zu Verhandlungen vom Völkerbund nicht erteilt worden
sei. Man nimmt vielfach an, daß trotzdem England und Frankreich mit einer Berufung auf eine Art indirekten Auftrages des Völkerbundes die Verhandlungen mit Italien wiederaufnehmen und erst nach einem gewissen Abschluß den Völkerbund unterrichten werden.
Keine Nückkekr ;m LiindnispoMik
London, 5. November.
Eine Meldung des Oppositionsblattes „Daily Herald" über eine angebliche Neuorientierung der englischen Außenpolitik in Gestalt einer Abkehr vom gegenwärtigen Völkerbundssystem und einer Rückkehr zur alten Bündnispolitik wurde am Montagnachmittag von der britischen Regierung auf das bestimmteste dementiert. Es sei unrichtig, daß ein derartiger Plan, wonach die britische Regierung beabsichtige, den Völkerbund nicht mehr als Werkzeug für die Verhinderung oder Beendigung eines Krieges durch kollektive Maßnahmen zu benutzen, in irgendeiner Weise erwogen worden sei. Die englische Regierung befasse sich zurzeit nicht mit einer solchen „Reform"
des Völkerbundes, noch habe sie derartige Pläne irgendeiner anderen Regierung mitgeteilt.
Der diplomatische Korrespondent von Reuter meldet, die Behauptung, daß die englische Regierung im gegenwärtigen Augenblick eine Reform des Völkerbundes erwäge, sei unrichtig. Ferner seien alle Meldungen, daß in naher Zukunft ein französisch-britisches Bündnis abgeschlossen werde, unbegründet. Die zwischen englischen und französischen Flottensachverständigen im Gange befindlichen Verhandlungen über eine gegenseitige Unterstützung im Falle eines italienischen Angriffes auf die britischen Streitkräfte im Mittelmeer hielten sich streng im Rahmen des Artikels 16 Abschnitt 3 der Völkerbundssatzung.
Amtlich dementiert wird ferner die Behauptung, daß England eine Earantierung der Rheingrenze für Frankreich als Gegenleistung für die französische Flottenunterftützung im Mittelmeer ins Auge fasse. Es sei überhaupt keine Rede davon, daß England seine Locarnoverpflichtungen ausdehne. Die britische Regierung halte an dem Locarnovertrag fest und plane keine weiteren Verpflichtungen in dieser Hinsicht,
Judas Nankespiel ist durchschaut
kine Semliche jranzöfiskke Warnung an Leon Mum und Leng
Paris, 5. November.
Der „Ami du Peuple" rechnet am Montag in sehr deutlicher Form mit dem jüdischen Marxisten- sührer Leon Vlum und seinem Glaubensgenossen Levyab, die beide in ihrem Organ, dem „Populaire", Artikel veröffentlichten, in denen sie ihrer Befriedigung über die bevorstehende Durchführung der Sühnemaßnahmen gegen Italien Ausdruck gaben.
Der „Ami du Peuple" schreibt u. a.:
„Diese beiden Gevattern merken, daß die Kriegsaktien steigen Sie reiben sich die Hände und riechen schon Christenblut. Diese beiden Ju-
Weide cker 1>«ck«-ix>ibrüeke in Aüneden. Die neu, , :,nute lm-lvitz»!.- vuräs ckurod cksn b'üdror unii Rsiolisksurler in sinom Gestakt ksiorliod kür äsn Vsrirotir krsixsgsbsn. llin-mi- 8ilä reißt äsn b'übrsr dsim Onrobsobnsiäsn äss Lanäss.
den sollen aber aufpassen, daß sie die Geduld der Franzosen nicht auf eine zu harte Probe stellen."
Die Juden müssen überwacht werden, wenn sie ihre Aufgabe umkehren und die geistigen Versprechen, die ihre Vater erhalten Haben, mit der Eroberung aller Güter dieser Welt durch ihre Rasse verwechseln. Israel möge deshalb seine Worte überwachen, wenn es nicht eine antisemitische Welle in Frankreich heraufbeschwören will. Wir wollen nicht, daß ein Blum uns sein Recht aufzwingt, wie ein Trotzki es in Rußland getan hat oder ein Bela Khun in Ungarn.
Aus Haß gegen Hitler und um Sowjetrußland und die freimaurerische Tschechoslowakei zu retten, glauben sie einen sehr gescheiten Plan ausfindig gemacht zu haben, indem sie aus der Kolonial f r a g e einen antifaschistischen Kreuzzng machen. Sie mögen sich aber gesagt sein lassen, daß sie im Begriff sind, gegen sich ganz Mitteleuropa und Osteuropa auf den Plan zu rufen; denn Jugoslawien und Rumänien beginnen ebenfalls, genug zu haben. Sie wollen den Krieg, aber wenn sie ihn vom Zaune brechen, wird er nicht so ausfallen, wie sie es sich wünschen.
In Saarbrücken hat Göripq einen Aufruf an Frankreich in einer Form gerichtet, daß jeder anständige ehemalige Frontkämpfer ihn nicht zurückweisen kann, ohne seine edelsten Gefühle zu beleidigen. Fügen wir noch hinzu, daß diejenigen, die uns dazu verleiten wollen, auf das Wort Sowjetrußlands zu vertrauen, die Letzten sind, die das Recht haben, zu behaupten, daß man an ihren (Görings und Hitlers) Worten zweifeln müsse."
Neuer MeSeraufbauskandal in Frankreich
Paris, ö. November.
Das Strafgericht in Mühlhausen verurteilte einen Bauunternehmer und einen Beamten, die den französischen Staat um mehrere Millionen Franken betrogen haben, zu zwei bzw. fünj Jahren Gefängnis. Die Verurteilten hatten nach der Fertigstellung wiederansgebauter Häuser, für die hohe Entschädigungen aus dem Reparatiansfonds gezahlt worden waren, dem Prüfungsausschuß Be- richte eingereicht, nach denen bei den Bauten Risse ausgetreten seien Der Bauunternehmer erhielt dann gewöhnlich eine zusätzliche Entschädigung von 106 006 Franken und mehr, die er mit dem betrügerischen Beamten teilte.