Ausgabe 
(2.11.1932) Nr. 246
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Parteiamtliches Organ der Bremer Nationalsozialisten

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Trübe Fluten schlägt der Wahlkampf. Wieder einmal eint alles sich gegen uns, und die Lüge, nicht so plump wie früher, aber aus tiefster in­nerer Unwahrhaftigkeit gestaltet, spritzt an Lit­faßsäulen empor und füllt die Spalten der geg­nerischen Presse, kleidet sich in schöne Worte, in Mitleid und Bedauern und vermag trotz alledem Nicht die Angst, die rasende Angst vor der deut­schen Freiheitsbewegung zu verbergen, die die Ge- hcimräte und Staatssekretäre genau so schüttelt wie die Gewerkschaftsbonzen und gemieteten .Schreiberlinge.

Lüge und Angst, von jeher Bundesgenossen werden die Einpeitscher der Parteien von 2 bis L4, von Severing über Hugenberg bis Thälmann.

Da hat mancher von uns verzagt, einige find feige davongelaufen und haben sich feiern lasten ,on ihren Gegnern. Aber für die anderen gab es nichts als Kampf, Kampf aus dem Glauben an die sieghafte Reinheit unserer Idee, von der heute weit über die eigene Bewegung hinaus die ande­ren zu profitieren versuchen.

Lüge und Angst bei den anderen, Charaktere, Persönlichkeiten bei uns, Führer, die stärker sind als alle Widerstände, die an ihnen wachsen und sie meistern.

Am Dienstag abend stand vor 5000 Menschen in Bremen solch ein Führer, kein Ueberläuser von der letzten Reichstagswahl her, kein Renegat, wohl aber ein Mann aus dem Volke, groß und bedeu­tend geworden im Kampf für das Volk, anerkannt und geachtet auch vom Gegner.

Nun kommt heran, Ihr Deutschnationalen, die Partei der Köpfe, kommt heran, Volksparteiler, die Ihr immer gewußt habt, was Ihr wollt, kommt alle und meßt Euch mit unseren Führern. Wer von Euch hat eine Organisation geschossen wie die unserige, wer von Euch hat ein Arbeits- beschaffungsprogramm erdacht, vor dem selbst der Mann sich beugt, den Ihr mit Gottesgnadentum ausrüstet, um eigener Parteigeschäste willen.

Wo sind Eure Führer, die um des deutschen Volkes willen an die 20 mal festgenommen und vor undeutsche Richter geschleppt wurden, die sechsmal zusammengeschlagen aus Versammlungen getragen werden mußten, die durch ihren persön­lichen Einsatz eine Millionrnbewegung schufen, die allein durch ihr Dasein dem ganzen deutschen Volk Vertrauen für die Zukunft gab! Und das alles zu einer Zeit, während Euer Papen im Zentrum Syftempolitik betrieb!

Keiner dieser Parteivertreter hat begriffen, daß wir an einer Notwende stehen, die Persönlichkeiten mit tiefstem sittlichen Ernst verlangt, die keine Filmgesellschaften dirigieren und jüdischen Zei­tungskonzernen ein patriotisches Mäntelchen um­hängen. Wer weiß von den Papisten überhaupt, worum es heute in Deutschland geht?

Bilden die Leute sich doch ein, den deutschen Ethos der Arbeit mit Börsenpapieren von Gold­schmidts Gnaden beleben zu können. Nicht ein­mal begreifen können sie, daß man wohl gegen

den Reichstag, aber nicht in höchster Notzeit ge­gen das Volk regieren kann! Aber sie tragen geschwätzig einen Wust von falschen Behauptungen zusammen, um unseren Führer auf ihr eigenes er­bärmliches Niveau herabzuzerren.

Es ist nicht wahr, daß wir für Parlamentaris­mus gegen eine starke Regierung sind.

Es ist nicht wahr, daß unser Führer aus Par­teiegoistischen Gründen am 13. August die ganze Macht für sich verlangte!

Sollten wir in eine Regierung gehen, die heute vor aller Oesfentlnhkeit gescheitert ist, deren innere Unzulänglichkeit wir vorher erkannt hatten? Schon in der ersten Kabinettssitzung hätten sich unsere Wege getrennt, oder glaubt jemand, daß Adolf Hitler sich hätte von Jalob Goldschmidt be­raten lasten, daß wir den Banken Hunderte von Millionen geschenkt hätten, anstatt Arbeit und Brot zu geben.

Man kann den Gegner karikieren, sagte Gregor Straßer zu dem lächerlichen Wahlplakat der Deutschnationalen in Bremen, aber diese Kari­katur ist nicht nur infam, sie ist auch dumm und verfehlt darum ihren Zweck.

Das gleiche trifft auch für die eben widerlegten Behauptungen über unseren Führer zu.

Aber so sind eben die Kampfwaffen von Par­teien, die faul in ihrem liberalistischen Mark sich hinter falschen Fassaden verstecken. Was brüsten sich die Deutschnationalen Mit ihren Fahnen schwarz-weiß-rot. Mit nur 121 zu 119 Stimmen wurden oie fchwarz-rot-gelben Reichsfarben ange­nommen und 26 Deutschnationale fehlten bei der Abstimmung! Darunter Gcheimrat Hugenberg und Geheimrat Quaatz!

Seht Euch Eure Führer an! Wer von den Deutschnationalen oder gar von den Sozialdemo­kratin hätte es je gewagt, wie Gregor Straßer seinen Kopf für das Gelingen seines Arbeitspla­nes zu verpfänden. Die Partei der Köpfe jeden­falls liefe heute schon längst kopflos herum!

Sie sollen sich hüten, die Neunmalklugen

und die Mitleidigen, die Ueberläuser unti Bankrotteure, unsere Bewegung laßt sich nicht alles bieten und das Wählen haben wir in Deutschland satt. Wir wollen an die Arbeit gehen, an den Neubau von Staat und Wirtschaft, und wenn uns Kräfte daran hindern wollen, die selbst die Verfassung brechen, dann kann sehr leicht der Augen­blick kommen, in dem die NSDAP. einen anderen Weg zur Machtübernahme ein­schlägt. Die Schuld trifft dann aber die, die heute mit 50 Frühstücksgenossen und Klubmitgliedern eine Volksfremde Diktatur aufgerichtet haben.

Wir gehen unseren Weg, so oder so uns wir werden schon am 6. November den Papisten beweisen, daß in der Geschichte immer noch Charaktere sich durchsetzen, Män­ner aus dem Volk, die für das Volk schaf­fen und seine Lebensprobleme gestalten können.

Der Dienstagabend war uns Bremern ein erneuter Beweis dafür! -art.

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Am Dienstagabend eröffnete der Kreisleiter Pg. Bernhard eine Mastenkundgebung der RSTAP im Cafino, in der Gregor Stra­ßer folgendes ausführte:

Deutsche Volksgenossen! Es sind heute 3 Fra­gen, die die öffentliche Meinung Deutschlands be­schäftigen:

1. Warum stehen die Nationalsozialisten zu dem Kabinett von Papen in Opposition?

2. Wie soll nach der Anficht der Nationalsozia­listen die Regierung beschaffen sei»?

3. Wie soll die Not Deutschlands behoben wer­den?

Sie dürfen überzeugt sein, daß wir National­sozialisten kein Wort gegen den Reichskanzler sa­gen würden, wenn wir der Meinung wären, er sei der rechte Mann in der heutigen Krise des deut­schen Volkes. Wenn wir in diese Opposition ge­treten sind, dann daher, weil wir als Menschen aus dem Volke, die täglich mit dem Volke zu­sammenkommen und um seine Nöte wissen, die Lage Deutschlands klarer sehen als andere, die das Volk nicht aus eigener Anschauung kennen. Die Lage der deutschen Nation ist so ungeheuer schwer, daß die Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, um das deutsche Volk zu einer Gesundung zu führen, ungeheuer tiefgreifend sein werden. Um diese Maßnahmen dem deutschen Volk zu­muten zu können, dem deutschen Volke arbeits- spendende Opfer aufzuerlegen, kaun man keine Diktatur im luftleeren Raum errichten, sondern ein Teil des Volkes, und zwar der beste und opferwilligste, muß mit der Regierung aus das Engste verbunden sein und die letzte Bereitschaft finden.

Eine Regierung Papen könnte vielleicht Hr ruhi­gen Jahren vor dem Kriege schlecht und recht die Regierungsgeschäfte führen, heute jedoch kann diese Diktatur, der die Wurzel im Volke fehlt, nur zum Zusammenbruch führen.

Wenn heute Volksgenossen über die Maßnahmen der Regierung sprechen, dann wird eine Verord­nung, mag sie so gut sein, wie sie will, von vorn­herein abgelehnt werden. Man wird sofort fra­gen, wer find diese Leute, die von uns diese Opfer verlangen. Und man wird wissen, daß es die­selben find, die schon vor dem Kriege nicht mehr in der Lage waren, das Vertrauen des Volkes zu erringen, die den Krieg nicht verhindern und als er da war, nicht gewinnen konnten.

Wer ist dieser Mann, der dort oben steht? Und man wird sich erinnern, daß er 13 Jahre lang Mitglied und Abgeordneter der Zentrums­partei war, daß er 13 Jahre lang als Zentrums­mann Systempolitik getrieben hat.

Wo war der Kanzler in der Zeit, als Adolf Hitler mit seinen Kameraden dem Marxismus in Deutschland die Macht entriß und 300 Frei­willige im braunen Hemd fielen und man wird feststellen, daß Herr von Papen mit der Sozial- demokratie m Preußen zusammen in einer Koa­lition saß.

Es handelt sich hier nicht um den Gegensatz von Parteien, sondern um die Kluft, die zwischen einer Regierung und dem Volke steht, eine Regie­rung, die sich nur auf eine einzige Partei stützen kann, von der wir heute schon wissen, daß auch sie nach der Wahl sich vom Kabinett zurückziehen wird. So zeigt sich hier der Mangel, an dem jede Regierung ohne Volk naturnotwendig schei­

tern muß, und der mit einem Male fortfiele, wenn Adolf Hitler an der Stelle des Herrn von Papen stände.

Dann wären die Gefolgsleute Adolf Hitlers im Volke und würden für den Führer kämpfen, seine Maßnahmen verteidigen und den Willen im Volke erwecken, die Gesetze und Verordnun­gen, die der Führer für den Ausbau Deutsch­lands für notwendig hält, mit allen Kräften zu fördern und mit ganzem Herzen durchzuführen. Nur so wächst die Verbundenheit mit dem Volk, die Herr von Papen nie besitzen wird. Nur so waren die unerhörten Fehler möglich, wie Papen sie in seiner kurzen Regierungszeit schon gemacht hat, wie sie Brüning begangen hat, als er mit dem Marxismus zusammen an den Wiederaufbau Deutschlands gehen wollte, und wie er hier in Bremen gemacht wird, wo noch heute die Deutsche Volkspartei mit der So- zialdemokratie, dem organisierten Landesver­rat, zusammen in einer Regierung sitzt.

Ich habe in Bremen an den Litfaßsäulen ge­sehen, daß man es ausgerechnet hier wagt, einen SA-Mann mit roten und schwarzen Bonzen zu verkuppeln. Ich habe Sinn für Karikatur, aber sie darf nicht dumm sein. In einer Stadt, in der die schwarz-rot-goldene Koalition besteht, in der die Deutschnationalen auch mit dieser Koali­tion, d. h- mit der Volkspartei verbündet sind, ist ein solcher Plakatanschlag nicht nur infam, son­dern zugleich dumm und verfehlt darum seine Wirkung.

Vrünings Sturz war der Abschluß des schwarz-rot-goldenen Nachkriegssystems und Sie werden sich erinnern, wie klein die Ju«

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