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Verlagsort Bremen. Herausgeber: Kurt Thiele. Verlag: Bremer Nationalsozialistische Zeitung, Kurt Thiele. Geschäftsstelle und Redaktion: Vahnhofstratze 28. Sprechstunden der Redaktion: Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr. — Fernsprecher Domsheide 25878
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Die Paragraphierung des- Stillhalte-Abkominens arn Mittwoch.
Basel, 19. August. Um Mitternacht versammeln sich die Mitglieder des Viggin-Ausschusses eiligst, um die letzte entscheidende Sitzung zu beginnen und die Unterzeichnung des Laytvn-Berichtes vorzunehmen.
Die Paraphierung der letzten Punkte des Siill- Halte-Abkommens ist ebenfalls im Gange, nachdem aus Berlin die letzten Zugeständnisse eingetroffen sind. Das Stillhalteabkommen soll unter Umständen im Laufe ^ des Mittwoch veröffentlicht werden. In der Frage der ausländischen Mark-Guthaben wurde eine Kompromißformel dahingehend getroffen, daß einstweilen zwanzig v. H. dieser Guthaben freigegeben werden und nach und nach gestaffelt in den nächsten Monaten ein gewisser weiterer Prozentsatz. Den deutschen Delegierten wurde der Vorbehalt zugestanden, daß wenn die Reichsbank durch die Zurückziehung dieser Guthaben zu viel an Devisen verliert, ihr das Recht gewähren soll, ein gewisses Arrangement mit den Gläubigern zu treffen, um eine Gefährdung der Währung durch die Zurückziehung zu verhüten.
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Aus dem Anhalt des Berichtes:
Basel, 19. August. Der Laylon-Bericht der Finanzsachverständigen ist in der Nacht zum Mittwoch in englischer, französischer und deutscher Sprache, und zwar in vorläufigem Text veröffentlicht worden. Wichtig sind vor allem seine Schlußfolgerungen. Der Bericht führt zunächst über die Maßnahmen Deutschlands aus, daß es zwei Mittel gäbe, durch die Deutschland ohne fremde Hilfe möglicherweise eine Sanierung erreichen könnte:
1.) durch weitere Veräußerung der deutschen Auslandsaktiven.
Diese beliefen sich Ende Juli immer noch auf 8.5 Milliarden Reichsmark, aber die kurzfristigen Auslandsaktiven der Banken seien seit Ende 1930 um 40 v. H. verringert worden. Hierunter fielen Unternehmungen, wie z. B. Zweigstellen deutscher Jndustriefirmen oder Handelsniederlassungen. Das Komitee ist der Ansicht, daß ein auf die Mobilisierung von deutschen ausländischen Anlagen gegründeter Plan durchführbar sei oder zur wirtschaftlichen Gesundung Deutschlands beitragen würde.
Die zweite Möglichkeit bestehe für Deutschland darin, eine Politik zu treiben, die auf den Erwerb von Devisen mittels
Her'unterdrosselung der Einfuhr und Forcierung der
Ausfuhr
gerichtet sei. Nach den Schätzungen des Statistischen Reichsamtes dürfte es Deutschland möglich sein, die Einfuhr in den letzten sechs Monaten des Jahres auf 4,5 Milliarden Reichsmark zu bringen.
Gewisse Einschränkungen der Einfuhr im Verhältnis zur Ausfuhr und strikter durchgeführter Sparsamkeit sowohl bei den öffentlichen Ausgaben, als auch bei manchen Formen des privaten Aufwands würden in Zukunft erforderlich sein, um Deutschland in die Lage zu versetzen, seinen jährlichen Verpflichtungen gegen zu versetzen, seinen jährlichen Verpflichtungen gegen
den letzten Jahren aufgenommen wurden, zurückzuzahlen. Aber eine Ausfuhr in beinahe der doppelten Höhe der doppelten Einfuhr - wenn sie tatsächlich durchführbar wäre. würde eine ernste Störung seines Wirtschaftslebens Mit sich bringen. Das Komitee erachte es deshalb im allgemeinen Interesse für höchst unerwünscht, daß Deutschland gezwungen würde, eine derart schroffe Lösung zu wählen.
Bedarf an langfristigem Kredit.
Die Finanzsachverständigen kommen daher zu dem endgültigen Schluß, daß es sowohl im allgemeinen Interesse, als auch im Interesse Deutschlands notwendig ist,
1. ) das jetzige Volumen der deutschen Auslandskredite aufrecht zu erhalten und
2. ) auf alle Fälle einen Teil der zurückgezogenen Mittel ans ausländischen Quellen zu ersetzen.
Wir sind daher der Auffassung, daß zur Sicherung von Deutschlands finanzieller Stabilität alle weiteren Kredite in Forin einer langfristigen Anleihe gegeben werden sollten, und daß diejenigen Teile der bestehenden kurzfristigen Kredite, die hierfür in Betracht kommen, in langfristige Verpflichtungen umgewandelt werden sollten.
Der zweite Teil unseres Auftrages weist uns die Aufgabe zu, die Möglichkeit der Aufnahme einer langfristigen Anleihe für Deutschland zu prüfen. Die Londoner Konferenz hat der Ansicht Ausdruck gegeben, daß der Mangel an Vertrauen zu Deutschland, welcher die Kreditabziehungen verursacht und damit die jetzige Krise so verschärft hat: „durch die wirtschaftliche Lage des Landes nicht gerechtfertigt ist". Der beste Beweis für die Richtigkeit dieser Auffassung ist die rasche Erholung der deutschen Ausfuhr in den letzten Jahren.
Es ist indessen in Anbetracht der Kurse, zu denen deutsche Wertpapiere an den Börsen der Welt notiert werden, klar, baß es ohne eine Widerherstellung des Vertrauens in die finanzielle Zukunft Deutschlands unmöglich ist, eine langfristige Anleihe allein auf Deutschlands Kredit hin aufzunehmen. Schon die Fundie- rung der übermäßigen kurzfristigen Verschuldung würde dazu beitragen, die Lage zu bessern. Es bleiben nur zwei grundlegende Schwierigkeiten:
Die erste ist das damit verbundene politische Risiko. Solange nicht die Beziehungen zwischen Deutschland und anderen europäischen Mächten auf der Grundlage freundschaftlichen Zusammenarbeitens und gegenseitigen Vertrauens beruhen und dadurch eine wesentliche Ursache innerpolitischer Schwierigkeiten für Deutschland beseitigt wird, ist keine Gewähr, für einen dauernden und friedlichen wirtschaftlichen Fortschritt gegeben. Dies ist die erste und grundlegende Voraussetzung für die Kreditwürdigkeit.
Die zweite betrifft die äußeren Verpflichtungen Deutschlands. Solange diese Verpflichtungen sowohl die privaten als auch die öffentlichen entweder eine dauernde lawinenartige Erhöhung der ausländischen Schulden Deutschlands oder aber ein derartiges Mißverhältnis zwischen seiner Einfuhr und Ausfuhr hervorrufen, daß die wirtschaftliche Prosperität anderer Länder bedroht ist, wird ein Geldgeber die Lage kaum als gefestigt oder dauernd ansehen. Solange die augenblicklichen öder zukünftigen Gläubiger Deutschlands nicht übersehen kön-
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Das Reichskabinett und der sogenannte Banken- ausschuß befaßten sich am Dienstag nachmittag mit der Neugestaltung der Verhältnisse im deutschen Bankwesen. Insbesondere wurden die Fragen der Bankaufsicht und das Verhältnis des Reiches zur Dresdner Bank und zur Danatbank eingehend behandelt. Zwecks Entscheidung der mit der Dresdner Bank und der Danatbank zusammenhängenden Fragen sollen die erforderlichen Materialien bis zum Freitag abend beigebracht werden, bis zu welchem Zeitpunkt auch die Referentenbesprechungen über die Bankaufsicht beendet sein sollen. Das Kabinett wird dann am Sonnabend vormittag zusammentreten, um seine endgültige Entscheidung zu treffen. An den Beratungen nahm am Dienstag anstelle von Geheimrat Schmiß, der verhindert war, der bekannte Industrielle Clemens Lam- mers teil.
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Die Veröffentlichung der Verordnung über die Verlängerung der Steueramnestie zugleich mit den Durchführungsbestimmungen erfolgt voraussichtlich erst am Mittwoch. Nähere Einzelheiten können noch nicht mitgeteilt werden.
nen, wie sich in dieser Hinsicht die künftige Lage Deutschlands entwickeln wird, besteht ein ernstes Hindernis für die Gewährung neuer öder auch nur die Erneuerung bestehender kurzfristiger Kredite,
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Basel, 19. August. In einem Anhang zum Lay- ton-Bericht wird kurz das Stillhalteabkommen skizziert Zunächst wird betont, daß die Finanzsachverständigen sich veranlaßt gesehen hätten, die Stillhalteausschüsse nach Basel zusammenberufen. Nach fünftägigen Erwägungen habe man sich einen Plan zur Verlängerung dieser Kredite geeinigt, der den zahlreichen Gläubigerbanken und Gläubigerbankiers zur Annahme empfohlen worden sei.
Der Plan sieht die Durchhaltung der den deutschen Schuldnern gegebenen Kredite in ihrer augenblicklichen Gesamthöhe nur für sechs Monate vor, vom Zeitpunkt der Unterzeichnung an gerechnet und im Einklang mit einer Regelung, die für die laufenden Zentralbankkredite zu treffen ist.
Der Plan sieht ferner zwei Formen von zusätzlichen Sicherheiten für die Beteiligten Gläubiger vor. Einmal soll die Haftung der Schuldnerbank durch eine unmittelbare Verpflichtung des letzten Kreditnehmers ergänzt werden, andererseits ist vorgesehen, daß die deutsche Golddiskontbank in gewissen Grenzen die Schulden an die auswärtigen Gläubiger übernimmt, oder garantiert und auf diese Art durch ihre Aktiven und innereren Kredite die Qualität dieser Verbindlichkeiten beträchtlich verbessert.
Es ist vorgesehen, durch Verordnung oder auf dere Weise Sicherheit dafür zu schaffen, daß ausländische Gläubiger deutscher Banken den gleichen Schuh genießen wie in Deutschland ansässige Gläubiger.