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(2012) Bd. 9. Unterwegs in Zwischenräumen Stadt - Garten - Denkmalpflege : [79. Tag für Denkmalpflege und Jahrestagung der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland in Bremen, 5.-8. Juni 2011, Dokumentation]
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Denkmalpflege in Bremen Heft 9

Sehr geehrter Herr Prof. Weiß,

lieber Herr Prof. Skalecki,

sehr verehrte Damen und Herren!

Ich freue mich sehr, ein Grußwort zu einem besonderen Anlass sprechen zu dürfen. Dass der Tag für Denkmalpflege jetzt erstmals in Bremen stattfindet, empfinde ich als Auszeich­nung für unsere Hansestadt, die eine treue und bekennende Vertreterin des Föderalismus ist. Und Denkmalpflege ist bekanntlich föderal or­ganisiert. Deshalb sind Sie hier bestens aufge­hoben. Übrigens auch in unserem Konzerthaus »Glocke«. Es bildet das kulturelle Zentrum der Stadt. 1928 gebaut, beglückt es die Besucher mit Art-deco-Ambiente, vor allem aber mit einer ex­zellenten Akustik. Herbert von Karajan zählte die Glocke zu den drei besten Konzertsälen Eu­ropas. Und die Glocke selbst steht unter Denk­malschutz. Lassen Sie mich bitte hinzufügen, dass sie in unmittelbarer Nähe unseres histori­schen Marktplatzes liegt - mit dem Weltkultur­erbe Rathaus und Roland. Für einen Gang zu unseren Wurzeln und in unsere Vergangenheit sollten Sie sich ein wenig Zeit nehmen.

Meine Damen und Herren, ich stehe hier als Politiker, denen man ja gerne alles Mögliche zutraut, vorhält und nachsagt - auch, dass sie sich mit fortgeschrittener Karriere und im rei­fen Alter gerne ein Denkmal setzen würden. Meistens schwingt da ein negativer Unterton im Sinne von Anmaßung und Verkennung der Realitäten mit. Von solchen Denkmälern ist in ihren Runden Gott sei Dank nicht die Rede - und wenn, dann nur am Rande.

Gleichwohl habe ich bei der Vorbereitung für das Grußwort gemerkt, welch unbekanntes Wesen dieses Denkmal doch darstellt. Das fängt schon sprachlich an. Beim Plural. Heißt es nun Denkmäler oder Denkmale? Der Duden ent­scheidet nicht, lässt beides zu. Ich kann »Denk­malen« sehr viel abgewinnen, denn ein Denkmal soll etwas Einzigartiges, Einmaliges präsentie­ren. Wir sprechen ja auch nicht von Mutter- mälern. Die sprachliche Verwirrung will ich hier aber nicht weiter vertiefen.

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Christian Weber

Interessant finde ich die Frage: Was ist eigent­lich ein Denkmal? Das Bayerische Staatsminis­terium für Wissenschaft, Forschung und Kunst erklärte uns einmal: »Das schutzwürdige Objekt muss aus einer abgeschlossenen, historischen Epoche stammen. Darunter versteht man jeden­falls die Zeit bis 1945.« Wie verhält es sich dann, bitte schön, mit unserem Landtagsgebäude, der Bremischen Bürgerschaft, die ich vertrete? Das Haus, von Wassili Luckhardt im Stil der Nach­kriegsmoderne entworfen, wurde erst 1966 sei­ner Bestimmung übergeben und schon 1992 unter Denkmalschutz gestellt. Konnte man in diesem Fall von einem Objekt aus längst ver­gangener Zeit reden? Und ich möchte daran erinnern, wie kontrovers damals der Bau des neuen Parlamentsgebäudes bei den Bremer Bür­gerinnen und Bürgern diskutiert wurde. Auch als es stand, war die Empörung immer noch groß. Und manch einer hätte wohl, um mit Rudi Arndt im Fall der Alten Oper in Frankfurt zu sprechen, dass Ding am liebsten in die Luft ge­sprengt. Heute sind wir - ich auf jeden Fall - stolz auf den gläsernen Kasten mit den »Kom­promissgiebeln«!

Also: Fragen über Fragen, die Sie, meine Da­men und Herren, die Experten, viel besser be­antworten können als ich. Ich denke, im Mit-