Vorwort
Viele Bürger unserer Stadt haben sich immer schon eine fesselnd geschriebene Übersicht über die Geschichte des kulturellen und geistigen Lebens Bremens in den letzten eineinhalb Jahrhunderten gewünscht. In diesem Buch wird dieses Thema durch eine Reihe von Beiträgen von hervorragenden Sachkennern behandelt und versucht, sie zu einer Art Gesamtdarstellung des bremischen Geisteslebens zu vereinigen.
Wir lernen Bremen von einer Seite kennen, die sich würdig seiner wirtschaft- lichen und handelspolitischen Bedeutung anpaßt. Die Leistungen der vergangenen Generationen auf diesen beiden Gebieten sind vielfach behandelt worden, ebenso die Leistungen auf den Gebieten der staatlichen und politischen Gestaltung Bremens. Es fehlte immer schon eine Darstellung der Entwicklung der geistigen und kulturellen Strömungen, und zwar so dargestellt, daß sie unserer heranwachsenden Generation das geistige Geschehen unserer Tage klarzumachen und in ihrer Bedeutung nahezubringen vermag.
Es sind zwei äußere Geschehnisse, die zu diesem Buch den Anlaß gegeben haben. Der erste liegt in unseren Zeitverhältnissen. Immer schneller und wirksamer verwandelt sich Bremen. Sein ganzes Wesen ist von dem Neuen, das vielfach von der rapiden Entwicklung der Technik ausgeht, einem großen Wandlungsprozeß unterworfen. Die Folge ist, daß sich Bremen heute in schnellerem Tempo verändert als früher. Mit ihm ändern sich auch die Wünsche und Vorstellungen der Menschen schneller, als es sonst üblich war. Wir können diesem Wandel keinen Einhalt gebieten; wir sollten aber eines nicht unterlassen: immer wieder darauf hinzuweisen, daß eine gute Zukunft nur möglich sein wird unter Beachtung der Überlieferungen und Werte der Vergangenheit.
Den zweiten Anstoß zu diesem Buch gab der hundertfünfunddreißigf ährige Gründungstag der Sparkasse in Bremen. Der Vorschlag, statt der fälligen Jubiläumsschrift die Herausgabe eines Werkes ermöglichen zu helfen, das sich mit der wissenschaftlichen und kulturellen Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten befaßt, fand die einhellige Zustimmung des Verwaltungsrates und des Vorstandes unserer Sparkasse. Durch Befürwortung von Herrn Generaldirektor Richter wurden die erforderlichen Mittel bereitgestellt, wofür ich hiermit ihm und der Sparkasse danke.
Nun noch ein Wort an den Leser. Was in diesen achtzehn Beiträgen insgesamt zum Ausdruck gelangt, ist der Hinweis darauf, daß es trotz aller technischen
7