Bremerhaven. 749
sonderer Druckwassermotore bewegt werden. Direkte Antriebe durch Druck- wassercylinder kommen aufserdem in Anwendung bei den Bewegungsvorrichtungen der Schützenaufzüge der grofsen Kaiserschleuse und bei denjenigen der Brücken über die kleine Kaiserschleuse und über die Einfahrt zum Trockendock.
Krahne besitzen die Bremerhavener Hafenanlagen im Vergleich zu ihrer Gröfse und Bedeutung nur wenige. Es hat dies seinen Grund in der eigentümlichen Art des Verkehrs, der hauptsächlich Umschlagsverkehr von Schiff zu Schiff ist, bei welchem die Schiffskrähne die Hauptarbeit beim Löschen und Laden zu verrichten haben. Auch die in Bremerhaven während der Wintermonate in grofsen Massen eingeführte und auf die Eisenbahn zu bringende Baumwolle wird ausschliefslich mittels der Schiffskrähne ans Land gesetzt.
An Krähnen sind daher nur neun Stück vorhanden: zwei Handkrähne bis zu 20 t Tragfähigkeit nach dem System Brown-Weson, drei Dampfkrähne von je 1 bezw. 1,5 t Tragfähigkeit nach dem System Brown-Weson, ein Dampf- scherenkrahn von 45 t Tragfähigkeit, ein Dampfdrehscheibenkrahn von 75 t Tragfähigkeit, ein Drehscheibenkrahn von 30 t Tragfähigkeit mit Druckwasserantrieb, ein desgleichen von 20 t Tragfähigkeit mit Gaskraftbetrieb.
Dockanlagen.
Naturgemäfs mufsten, veranlafst durch den stetig wachsenden Schiffsverkehr, aufser den HafcnanlBgen auch Anlagen zur Reparatur und zur Erbauung von Schiffen in Bremerhaven entstehen. Die erste Schiffswerft wurde schon wenige Jahre nach der Gründung Bremerhavens ins Leben gerufen. Im Laufe der Zeit folgten derselben eine ganze Reihe gleichartiger Unternehmungen, welche sich auf beiden Ufern der Geeste, also sowohl auf bremischem wie aufserbremischem Gebiete aufthaten und eine Menge, zum Teil hervorragender Schiffsbauten geschaffen haben.
Im Anschlufs an die Werften wurden mehrfach Trockendocks erbaut. Die Entstehung dieser fällt zumeist in die Zeit Ende der fünfziger und in die sechziger Jahre. Sie sind entsprechend den damals die Weser aufsuchenden Schiffen von geringen Dimensionen und können von den grofsen Schiffskörpern der Neuzeit nicht benutzt werden, obwohl sie zur Aufnahme kleiner Schiffe nach wie vor im Gebrauch sind. Anfang der siebziger Jahre schuf sich der Norddeutsche Lloyd für seinen eigenen Gebrauch das am „Neuen Hafen" gelegene Lloyddock, welches zweischiffig mit 105 m Länge erbaut wurde und dessen östliche Hälfte im Jahre 1881 eine Verlängerung auf 128 m erfuhr.
Dieses Dock, sowie sämtliche Geestedocks sind in Holzkonstruktion ausgeführt.
Als die im Jahre 1892 begonnene grofse Erweiterung des Kaiserhafens (s. w. o.) ins Auge gefafst wurde, tauchte alsbald der Plan auf, im Anschlufs an diese moderne Hafcnanlage auch eine Trockendockanlage herzustellen, welche den weitesten Ansprüchen genügen sollte. Die Reichsmarine interessierte sich lebhaft für dieses Projekt und gewährte einen Zuschufs von 2,5 Millionen Mark zu den vom Bremischen Staate zur Verfügung gestellten Mitteln von