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Bremen und seine Bauten / bearb. und hrsg. vom Architekten- und Ingenieur-Verein
Entstehung
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Fig. 562.

Hafenbauinspektion und Leuchtturm (Bremerhavener Oberfeuer) an der Schleuse des Neuen Hafens.

Bremerhaven.

Von R. RüDLOFF und F. ClAUSSEN.

Geschichtliches.

Pas circa 65 km unterhalb Bremen an der Weser gelegene Bremerhaven war bis vor wenigen Jahrzehnten der einzige bremische Hafenplatz, in welchem Seeschiffe von einiger Gröfse verkehren konnten. Die Stadt Bremerhaven sowohl, wie deren Häfen sind Schöpfungen des Bremischen Staats, die gegen Ende der zwanziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts ihren Anfang nahmen und, dem jeweiligen Bedürfnis des Handels und Verkehrs entsprechend, mit gröfseren oder kleineren Unterbrechungen fortgesetzt, gegenwärtig eine Gestalt erreicht haben, wie sie auf dem Lageplan Taf. XI dargestellt ist.

Bis zur Fertigstellung der ersten Bremerhavener Hafenanlage spielte sich der Lösch- und Ladebetrieb der die Weser aufsuchenden und meist für bremische Rechnung fahrenden Seeschiffe im wesentlichen auf dem Strom der Weser ab.

Die Schiffe gelangten, je nachdem ihr Tiefgang gröfser oder weniger grofs war, mit dem in die Weser kräftig einsetzenden Flutstrom bis nach den oldenburgischen Orten Brake und Elsfleth, oder nach dem bremischen kleinen Hafenplatze Vegesack, wo sie ihre Ladungen an flach­gehende Leichter und Flufsfahrzeuge abgaben, welche dann den weiteren Transport auf der seichten oberen Strecke der Unterweser bis nach den Schlachten und Lagerhäusern Bremens vermittelten. Dieser Verkehr war nicht nur kostspielig, sondern auch oft genug durch Hochwasser, Eis und Stürme überhaupt in Frage gestellt.

Gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts glaubte man daher im Interesse des Handels, nachdem insbesondere ein lebhafter Verkehr zwischen Bremen und den unabhängig gewordenen Vereinigten Staaten von Nordamerika sich herausgebildet hatte, aufserdem aber die oldenburgische Regierung sich anschickte, der bremischen Weserschiffahrt Schwierigkeiten zu bereiten, diesem Zustand durch die Erbauung eines Hafens an der Unterweser, in welchem die Seeschiffe, geschützt vor Eisgang, Sturm und Wellenschlag, ihre Ladungen abzugeben und zu. empfangen im stände wären, ein Ende machen zu müssen.

Die unglücklichen politischen Verhältnisse, welche bald darauf folgten, und die nicht nur den bremischen, sondern auch den gesamten deutschen Seeverkehr durch die Kontinentalsperre nahezu ganz lahm legten, verhinderten indessen die Verwirklichung dieses Planes. Erst, nachdem der Bremische Staat sich auf dem Wiener Kongrefs seine Selbständigkeit unter der geschickten Führung seines Bürgermeisters Smidt wiedererkämpft hatte, und der überseeische Handel Bremens neu zu erblühen begann, nahm man ihn mit frischer Kraft wieder auf.

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