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VI. Teil. Die Weser und ihre Seehäfen.
erwarten war, d. h. bis auf 4,0 m unter Niedrigwasser, im Trocknen ausgehoben, nach Ausführung dieser Arbeit mittels kräftig verankerter Spundwände abgeschlossen und alsdann, nachdem Wasser eingelassen war, mittels Eimer- und Greifbagger bis zur vollen Tiefe von 18 m unter dem Wasserspiegel des eingelassenen Wassers ausgeräumt. Nach gründlicher Beseitigung allen Schlammes wurde der Beton mittels eiserner, je 1 cbm fassender Senkkästen unter Wasser versenkt, und, nachdem er vier Monate gelegen und sich als gründlich erhärtet erwiesen, die Baugrube leer gepumpt, wonach schliefslich die Aufmauerung des über die Betonsohle sich erhebenden Schleusenmauerwerks vor sich ging. — Diese Fundierung ist auch bei dem mit dem Hafen verbundenen „Kaiserdock" mit gutem Erfolge angewandt worden. — Die Schleusenkammer erhielt hingegen nur auf Pfahlrost fundierte Seitenmauern. Ihre Sohle wurde nicht aus Beton hergestellt, sondern konnte, der dichten Beschaffenheit des vorhandenen Kleibodens halber, ganz unbefestigt bleiben.
Maschinelle Einrichtungen. Die älteren Hafenanlagen zeigen bei den wenigen maschinellen Einrichtungen ihrer Schleusen und Brücken überall noch Handantrieb, nur einzelne Krähne waren für Dampfbetrieb eingerichtet.
Bei den neuesten Anlagen wurden indessen, dem Fortschritt der Maschinenbautechnik entsprechend ,nur mechanische Antriebe und zwar
mittels Druckwasser wirkende zur Anwendung gebracht. Eine gemeinschaftliche Centrale versorgt den Hafen mit Druckwasser von 50 — 70 Atm. Druck, sowie mit elektrischem Wechselstrom von 2000 Volt Spannung zum Zwecke der Beleuchtung der Kajen und Schuppen.
Die Bewegung der vier Stemmthore des Aufsen- hauptes der grofsen Kaiserschleuse erfolgt durch je einen im Schleusenmauerwerk kardanisch aufgehängten Druckwassercy- linder, dessen Kolben direkt an dem Thor angreift, während das Schielbethor des Binnenhauptes, die Spille und ein 30- F 'g- 57 2 - 30-t-Drackwasserkralm. Tonnen-Krahn mittels bc-