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Bremen und seine Bauten / bearb. und hrsg. vom Architekten- und Ingenieur-Verein
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611
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4. Schiffahrtsanlagen.

Kanäle für die Torfschiffahrt.

Der Torf ist als Heizmaterial in Bremen sehr geschätzt, weil er ver- hältnismäfsig wenig kostet und den Steinkohlen gegenüber verschiedene Vor­züge besitzt. Er wird in den ausgedehnten, in einer Entfernung von 15 km nordöstlich von der Stadt beginnenden Mooren gewonnen und teils auf dem Landwege über Lilienthal und Borgfeld, gröfstenteils aber auf dem Wasserwege an die Stadt gebracht. Die Hauptwasserwege aufserhalb des bremischen Gebiets sind: die Hamme, der St. Jürgenskanal, der Semkenfahrtskanal und die Wörpe, im bremischen Gebiet: die kleine Wümme, der Semkenfahrts­kanal und der Kuhgraben-Torfkanal, die sich zu dem am Westrande des Bürgerparks entlang laufenden neuen Torfkanal vereinigen, ferner das Waller, das Gröpelinger und das Oslebshauser Fleet. Der neue Torfkanal endigt in dem ca. 500 m langen, ca. 25 m breiten Torfbassin an der Neukirchstrafse, welches mit Lösch- und Ladeeinrichtungen versehen ist.

Die gebräuchlichsten Schiffe fassen 6 cbm Torf (V2 Hunt), die gröfsten 12 cbm ([ Hunt). Das sog. halbe Huntschiff ist etwa 9,25 rri bis 9,60 m lang und in der Mitte 1,65 m bis 1,80 m breit, das ganze Huntschiff ist etwa 10,5 m lang und 2,05 m breit. Die vollbeladenen Schiffe gehen etwa 0,33 m bis 0,50 m tief.

Die gesamte Torfeinfuhr der Stadt Bremen beträgt rund 200 000 cbm. Davon kommen auf den Kanälen rund 150000 cbm oder 25000 gewöhnliche Schiffsladungen an, und zwar rund 1112000 (66 72000 cbm) auf der Wörpe und oberen Wümme, 56000 (3036000 cbm) auf der Semkenfahrt und ca. 8000 (48 000 cbm) auf der Hamme und dem St. Jürgenskanal. Mitunter kommen täglich 3400 Schiffsladungen an.

Die Wasserspiegelgefälle in den Torfkanälen werden 1) durch Klapp­staue, 2) durch Schiffsüberzüge, 3) durch Kammerschleusen überwunden.

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