/\nlagen im Landgebiet.
Von J. ÖLTJEN.
i . Deiche.
Per gröfsere Teil des bremischen Gebietes liegt bedeutend niedriger als die höheren Wasserstände in den drei Flüssen: Weser, Wümme-Lesum und Ochtum, die es teils durchschneiden, teils begrenzen. Beiderseits von der Dünenkette, die bei Hastedt in das bremische Gebiet eintritt und bei Grambkermoor endigt, fällt die Landhöhe in der Flufsrichtung, von S. O. nach N. W., ziemlich gleichmäfsig von etwa + 3,50 m Br. N. (Bremer Null = + 2,28 m N. N.) bis auf etwa — 1,60 m Br. N. ab. Am niedrigsten liegt die über 4000 ha grofse Blockländer Niederung, nämlich im Durchschnitt auf rund — 1,50 m Br. N. (+ 0,78 N. N.), d. i. nur etwa 3 U m über der mittleren Meereshöhe an unserer Küste und niedriger als die Höhe, die die gewöhnliche Flut in der Wümme erreicht. Die bekannten höchsten Wasserstände der Weser betragen dagegen + 6,3 m Br. N. beim Eintritt der Weser in das Bremer Gebiet und + 2,55 m Br. N. bei ihrem Austritt aus demselben. Ersterer ist durch Oberwasser, letzterer durch eine Sturmflut herbeigeführt worden. Die höheren Anschwellungen in der Lesum und Wümme und in der Ochtum entstehen durch Rückstau von der Weser aus. Um die Hochwasserständc vom Lande fernzuhalten, sie zu „kehren", sind an den Ufern aller drei Flüsse Deiche angelegt. Die Hauptdeiche haben zusammen eine Länge von rund 96 km. Der Beginn des planmäfsigen Deichbaues fällt in das 12. Jahrhundert, in die Zeit, als das Hollerland auf Veranlassung der Erzbischöfe Friedrich und Siegfried mit Belgiern besiedelt wurde (vergl. Storck, Ansichten von Bremen, 1822). Die anfänglich nur niedrigen Deiche mufsten im Laufe der Zeit immer mehr erhöht und verstärkt werden, da die Hochwasserständc infolge Einengung der Überschwemmungsgebiete, Verbesserung der Abwäs- serung und Erhöhung der Fhifsbetten, immer höher wurden. Eine grofse