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Bremen und seine Bauten / bearb. und hrsg. vom Architekten- und Ingenieur-Verein
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IV. Teil. Anlagen im Landgebiet.

November/Dezember 1878, Januar bis April 1879 im Entwässerungsgebiet gefallene Regenmenge nur rd. 20 Millionen cbm betrug. Daraus ergiebt sich, wie bedeutend die Kuverwassermenge gewesen ist.

3) Dampfschöpfwerk für die Burger Sielacht. 1874 erbaut, Kreisel von 1,27 m Durchmesser.

4) Lesumbrooker Entwässerungsanstalt. 18701872 erbaut, zwei Kreisel von je 1,27 m Durchmesser.

5) Hasenbürener Entwässerungsanstalt. Die 1882 hergestellte Maschinen- anlagc besteht aus einem Neukirchschen Kreisel von 1,60 m Durchmesser, einer Dampfmaschine von etwa 25 PS mit Meyerscher Expansion, einem Kessel mit Galloway-Röhren und Innenfeuerung. Die Leistung soll 1,50 cbm in der Sekunde bei 0,75 m Hubhöhe betragen. Das Entwässerungsgebiet ist rd. 600 ha grofs. Die Anlage ist von der Firma L. W. Bestenbostel & Sohn geliefert und unter der Leitung von Bauinspektor Bücking ausgeführt worden. (S. Deutsche Bauz. 1882 S. 467.)

3. Bewässerungen.

Die im Bremer Gebiete in Anwendung befindlichen Bewässerungsverfahren bestehen meistens in einer einfachen Überstauung; aufserdem kommen vor die wilde Berieselung und die Stauberieselung. Von den Flüssen wird am meisten die Wümme für Bewässerungszwecke ausgenutzt. In den ausgedehn­ten Oberneuländer und Borgfelder Aufsendeichswiesen, wo die Wümme in zahllose Arme gespalten ist und das Land ein erhebliches Gefälle hat, bietet sich zur Bewässerung die beste Gelegenheit. Leider ist in der Ausnutzung derselben bisher sehr willkürlich verfahren worden. Die Flufsläufe sind durch Stauwerke (Wahre) an vielen Stellen zum grofsen Schaden der Entwässerung stark eingeengt. Durch ein gemeinsames zweckmäfsiges Vorgehen der Land­eigentümer würde sowohl die Entwässerung als auch die Bewässerung wesentlich verbessert werden können. Ein darauf bezügliches Projekt befindet sich in Bearbeitung. Nur die Besitzer der Borgfelder Wischen und der grofsen Borg- feldcr Weide haben sich zu Genossenschaften vereinigt und planmäfsige Bewässerungen eingerichtet.

Das Weserwasser wird bis jetzt nur zur Bewässerung der Feldmarken Lankcnau und Seehausen ausgenutzt. Ein Projekt zur Bewässerung des Blocklandes (rd. 3800 ha) mit Weserwasser ist in Bearbeitung. Die Ochtum wird zur Landbewässerung nicht benutzt. Von den Binnengewässern wird die kleine Wümme zur Bewässerung des Lehcsterfcldes und des Obcrblocklandes, im letzteren Falle unter Mitbenutzung des städtischen Kanalwassers ausgenutzt.

Mit städtischem Kanalwasser werden aufserdem die Bürgerweide, sowie Teile der Feldmarken Utbrcmen, Walle, Woltmershausen und Rablinghausen bewässert.

Neben den düngenden Bewässerungen, die vorzugsweise im Winter stattfinden, sind an vielen Stellen Einrichtungen getroffen, um im Sommer den Feldgräben frisches Flufswasser zuzuführen, damit es dem Weidevieh, welches den ganzen Sommer hindurch Tag und Nacht draufsen ist, nicht an