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Bremen und seine Bauten / bearb. und hrsg. vom Architekten- und Ingenieur-Verein
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Strafsen, Strafsenbahnen, Strafsenbrücken.

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b. c.

10,0^0,15

werden. Erstere haben eine gröfsere und gleichmäfsigere Festigkeit, sie liegen aber wegen ihres geringen Gewichtes weniger fest, weshalb sich das Verlegen in mageren Mörtel empfiehlt. Welche Sorte von Platten vorteil­hafter ist, läfst sich zur Zeit noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Die gröfseren Platten gewähren namentlich bei breiten Fufswegen ein besseres Aussehen, die kleineren Platten dürften aber preiswerter sein, da sie sich weniger rasch abnutzen werden.

Die Preise betragen fertig verlegt:

a. für Sandsteinplatten per qm etwa................... 7,00 Mk.

Cementplatten » » » ................... 4,50 »

Gufsasphalt nebst Unterlage aus flach gelegten Klinkern per qm etwa........................ 6,50 ,1

,. , f hochkantig per qm etwa............... 7,00 »

d. n Klinker \ n , ,

{ nachgelegt » » n ............... 4,00 n

Die Fufswege erhalten in der Regel ein Quergefälle von 1 : 25. Die Abgrenzung gegen den Fahrdamm erfolgt durch Saumsteine oder Saumstein­platten; in Überfahrten, die aus Klinkern oder Pflastersteinen hergestellt sind, wird die Einfassung fortgelassen und das Strafsenpflasfer bis zur Höhe des Fufsweges, welcher erforderlichenfalls etwas gesenkt wird, beigezogen. Als Material für die Saumsteine kommt in erster Linie Granit oder Basaltlava in Betracht. In wenig befahrenen Strafsen werden Einfassungen der Fufswege aus Sandstein­platten gebildet. Die Saumsteine haben den nebenskizzierten Querschnitt (Fig. 443) und be­dürfen keiner Unterbettung aus Mauerwerk oder Beton. Bei sehr schlechten Bodenverhältnissen oder wenn in abfallenden Strafsenstrecken die Saumsteine zum Bremsen benutzt werden, findet jedoch ein Hinterstampfen mit Steinschlag statt. Die Saumsteinplatten erhalten bei 10 bis 11 cm Stärke 35 cm Höhe und werden ebenfalls ohne Vermauerung und Einbetonicrung versetzt.

Die Reinigung der Strafsen ist der Polizeidirektion unterstellt und geschieht auf den Trottoirs durch die Bewohner der Erdgeschosse, auf den Strafsendämmen durch den Unternehmer des städtischen Abfuhrwesens.

2. Strafsenbahnen.

Die mehr und mehr zunehmende Ausdehnung des Stadtgebietes mit den sich daran eng anschliefsenden, hauptsächlich von der Arbeiterbevölkerung bewohnten ländlichen Bezirken liefs schon zeitig das Verlangen nach bequemen und billigen Verkehrsmitteln in Gestalt von Strafsenbahnen hervortreten. Die erste 5,6 km lange Strecke vom Herdenthore nach Horn wurde im Jahre 1876 von einer in Bremen ansässigen Gesellschaft gebaut. Einer Weiterführung in das Innere der Stadt standen jedoch in Anbetracht der engen Strafsen erheb­liche Bedenken entgegen.

m 5 0

10

20 cm

Fig- 443- Profil der Saumsteine.