Druckschrift 
Bremen und seine Bauten / bearb. und hrsg. vom Architekten- und Ingenieur-Verein
Entstehung
Seite
499
Einzelbild herunterladen
 

Beleuchtung.

499

gase mischt. Die für eine vervierfachte Wassergasproduktion vorgesehenen acht Reiniger befinden sich in einem besonderen, mit Anbauten für die Regenerierung der Masse versehenen Gebäude (Nr. 24), während die beiden zugehörigen Gasmesser in dem die grofsen Gasmesser des Kohlengases ent­haltenden Gebäude (Nr. 19) untergebracht sind.

Zwei Dampfpumpen in einem kleinen Anbau (Nr. 35) an der Ostseite des Kühlerhauses fördern den Wasserbedarf des Werks aus einem nahe ge­legenen Brunnen (Nr. 34) in die Hochbehälter des Skrubberhauses.

Ein die Zu- und Abfuhr für sämtliche Gebäude vermittelndes Gleisen­netz mit sechs Drehscheiben (Nr. 32) ist durch ein auf einer Rampe von Terrainhöhe um etwa 4 1 a m ansteigendes Verbindungsgleis den Hochgleisen angeschlossen. In letztere sind vier Waggonwagen (Nr. 30) eingeschaltet, und in den in der Verlängerung der Rampe auslaufenden Niveaugleisen eine solche für die auf der Bahn ausgehenden Nebenprodukte. Für die Abfuhr der letzteren mit Fuhrwerk ist aufserdem eine Centesimalwage (Nr. 31) un­mittelbar am Einfahrtthore des Werks angeordnet, deren Wagehäuschen zu­gleich dem Pförtner als Unterstandsraum dient. Nahe dabei ist das Gebäude für die Betriebsleitung und den Produktenverkauf. (Nr. 25.) An der süd­östlichen Ecke des Geländes, auf der Höhe der zu einem grofsen Lager­platze verbreiterten Anschüttung für die bremischen Hochbahngleise, ist ein Schuppen für zwei Lokomotiven (Nr. 36) angeordnet.

Die Ableitung des Himmelwassers sowie auch der reinen Kühlwässer des Betriebs ist thunlichst in die das Gelände im Norden, Westen und Süden begrenzenden Abzugsgräben angeordnet, deren Wasser durch den Schutzdeich zur Ochtum fliefst. Dagegen werden alle verunreinigten Fabrikwässer und die Abwässer der Wohn- und Abortgebäude einem Hauptkanale zugeführt, der sich an das Stammsiel der städtischen Kanalisation an der Hohethors- chaussee anschliefst.

II. Das städtische Elektrizitätswerk in Bremen.

Von F. Jordan.

Pas städtische Elektrizitätswerk in Bremen wurde seitens der Firma Siemens & Halske in Charlottenburg erbaut und am 1. Oktober 1893 dem Betriebe übergeben. Die Gebäude sowie die Wasserbeschaffungs­anlage wurden seitens der Stadt Bremen ausgeführt, während die gesamten Einrichtungen von Siemens & Halske geliefert wurden.

Das Elektrizitätswerk, für Gleichstrom nach dem Dreileitersystem (2X110 Volt) angelegt, umfafst jetzt fünf Stationen, und zwar die Hauptstation mit der Kessel- und Maschinenanlage, sowie vier mit Akkumulatoren, Zusatz­maschinen und Regulierapparaten ausgerüstete Unterstationen. Charakteristisch für die Anlage ist es, dafs von der Hauptstation nach den Unterstationen Zweileiter führen, und die Teilung von Zwei- auf Dreileiter erst in den Unterstationen erfolgt.

32* ffl