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Biographische Skizzen verstorbener Bremischer Aerzte und Naturforscher : eine Festgabe für die zwei und zwanzigste Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte zu Bremen / vom Aerztlichen Vereine zu Bremen
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Johann Tiling

geb. IGÖS, f 1713.

Der Zeitgenosse von J. Fr. von Cappeln war Johann Tiling, geb. am 10. Oct. 1608. Er war der Sohn eines angesehenen Kaufmanns Nie. Tiling und von Kunigunde Schweling. Von dem Jahre 16T3 an besuchte er das hiesige Paedagogium und konnte schon 1686 zu den öf­fentlichen Lcctioncn des damals blühenden Gymnasiums übergehen. Mit grossem Fleisse legte er sich auf seine Studien und bildete sich in Hnmanioribus, in der Phi­losophie und Medicin so weit aus, dass er im Jahre 1690 zwei Dissertationen veröffentlichte: De doctrinae philo- sophiae fundamentalibus. 8. Febr. und De natura mundi subtilissima. 6. Sept., so wie auch eine Oratio valedictoria de praestantia herbae theae in medicina.

Im Jahre 1691 ging Tiling nach Holland, um seine Studien zu beendigen. In Amsterdam hörte er den be­rühmten Arzt und Chirurgen Overkamp und besuchte dar­auf in Leiden die Vorlesungen von Drclincourt, Professor der Medicin und Anatomie, Nuck, Professor der Anatomie und Praeses des chirurgischen Collegium, und la Mort, Professor der Medicin und Chemie.

Im Jahre 1692 wurden dasclbct von ihm Antonii Nuckii operationes et experimenta chirurgica herausgege­ben, wovon 1698 zu Jena die zweite Ausgabe erschien.