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Biographische Skizzen verstorbener Bremischer Aerzte und Naturforscher : eine Festgabe für die zwei und zwanzigste Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte zu Bremen / vom Aerztlichen Vereine zu Bremen
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Johann Friedrich von Cappeln,

geb. 1G1C, f 1714.

Zu Endo des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts wirkten in Bremen als Lehrer und praktische Aerzte zwei Männer, die ihrer Zeit einen grossen Namen in unsern heimischen Kreisen hatten, nämlich Joh. Fr. von Cappeln und Joh. Tiling, beide Zeitgenossen von einander.

Joh. F. von Cappeln war am 28. Od. 1616 gebo­ren, ein Sohn des Bürgermeister Dr. jur. Heinr. von Cap­peln und Meta Hövers. Der Vater starb frühe, als der Sohn eben 3jährig war, und so leitete die Mutter die Erziehung. Die erste wissenschaftliche Bildung legte J. Fr. von Cappeln auf dem hiesigen Pädagogium, und ging darauf 1665 zu dem Gymnasium illustre über, wo er in humanioribus Joh. Hippstädt, in philosophicis Mag. Wagen- fcldt, und bei lienr. Harmes Physik hörte, so wie im medicinischen Studium den Anfang machte. 1671 ging von Cappeln nach Leiden und hier waren besonders Syl- vius und Drelincourt seine Lehrer. Nachdem er noch in Franecker eine Zeit lang studirt, kehrte er nach Leiden zurück und erwarb sich hier 1673 die medicinische Doctor- würde, wozu er eine Disp. inauguralis de scorbutica san­guinis intemperie, Lugd. Bat. 1673. 4 öffentlich ver- theidigte. Von Cappeln machte darauf eine längere Heise und besuchte die vorzüglichsten Städlellollands, Deutschlands