Teil eines Werkes 
Theil 2 (1830) Übersicht einer Chronologie der Tonkunst mit Andeutungen allgemeiner Civilisation und Kultur-Entwickelung / von Dr. Wilhelm Christian Müller, Lehrer an der Hauptschule in Bremen
Entstehung
Seite
233
Einzelbild herunterladen
 

233

Zehnter Zeitraum.

1800 bis i83o.

Scheitelpunkt der Tonkunst. — Ausdehnung in die Breite — Conservatorien, Singakademien, Ora­torien; höchste Instrumentalfertigkeit ; Volks­konzerte. Ueberladung in Modulationen und Verzierungen. Beethoven, Rossini; M. v. W~ 2- ber, Hummel, Onslow, Auber.

Ludwig van BEETHOVEN, g. 1770 in Bonn (nach dem Kirchenbuche — nicht 72). Sein Vater war T.-Sänger am Hofe des Churf. von Cöln — Maximilian. Er war nicht so glücklich, wie Haydn und Mozart, von einem freundl. Vater erzogen zu werden. Dieser fing zwar auch im 5tenJ. mit ihm M.-Unterricht an, sperrte aber das Kind in eine Kam­mer, bis es die Aufgabe konnte. Ein harter Zwang hielt ihn einsiedlerisch — er kam selten zu Gespielen seines Alters; daher blieb er unschuldig, aber un­gesellig, ehrlich, aber störrig. Seine mildere Mutter steckte ihm heimlich Alles zu, und als der Vater nicht mehr lebte, und er sich schon als V. - und Pf.-Spieler ungewöhnlich auszeichnete, behandelte sie ihn stets mit nachgiebiger Liebe und zuvorkom­mender Güte — so dass sie Alles für ihn besorgte und that, und er selbst dadurch keine Weltkun­de bekam. Er widmete schon im utenJ. seines Alters 6 gestochene Sonaten dem Churfürsten. Sie sind in der damaligen Form, mit etwas Anklang von Mozart's früheren W. Im 16. J. war er Hoforga­nist. Ohne Arges zu denken, liess er sich von den Hofmusikern bereden, einen stolzen ital. Hofsän-