Kurze Geschichte der Schulen
l. Der Domschule in den katholischen Zeiten,
Eobald Karl der Große in hiesigen Gegenden einigen Grund zum Christenthum gelegt zu haben glaubte, verordnete er auch, daß in dem Lande der Sachsen neben den Kirchen Schulen, und also auch in Werden und Bremen, gestiftet wurden. Der erste Bischof zu Bremen, Willehad, merkte sehr bald, daß er der Arbeit unter dem sehr zahlreichen Volke, an das er gesandt war, nicht allein, wie er wünschte, vorstehen könnte; er legte daher ein Se- minarium von verstandigen und gutgesinnten jungen Leuten an, aus welchen mit der Zeit das Collegium der Canonicorum entstanden ist. Diese unterrichtete er in den Wissenschaften, besonders in der Art und Weise, wie sie mit den Heiden umgehen und sie von der Wahrheit der christlichen Religion überzeugen müßten. Diese seine Zöglinge brauchte er hernach als Missionaire.
Eine Schule sür die Zugend schon anzulegen, erlaubten die damaligen Zeiten noch nicht, und das ehemalige Bremische Domcapitel gesteht selbst, daß es erst um das Jahr 936 geschehen sey. (S. L-iMnIuiii Ll'oiliense et statns ^>in vincine Liem. simul c?mn aliis tleionsiis -><: ^er^eluo «ei-v-incln«. IZrein. 1653, i'-iK. 29 und 65.) In den ersten Zeiten mußten die Canonici, welche die Hauptaufsicht über die Schule hatten und Scholastici hießen, sich selbst mit dem Unterrichte beschäftigen, dies geschah aber nur so lange, bis die Bischöfe und Erzbischöfe anfingen nach weltlicher Hoheit und Gewalt zu streben. Da bekamen die Canonici auch bessere Einkünfte, und sie hörten auf, sich mit Schularbeiten zu beschäftigen, behielten aber die Aufsicht über die Schule und das Recht, Lehrer an ihrer Statt zu wählen.
Bis in das erste Viertel des eilften Jahrhunderts war das Domstift nach gewissen Regeln eingerichtet, und bestand theils
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