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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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dienen konnte, und in dieser Hinsicht darauf hindeu­tete , dafs wenn man nicht ein ungeheures Geldopfer bringen wolle, man die Neustadt selbst als zum Theil wenigstens auf königlichem Grund und Boden ange­legt, zu sich nehmen werde. Der Senat mufste daher alles anzuwenden suchen, diese Ansprüche zu besei­tigen, und es gelang nach vielen desfallsigen Ver­handlungen die Krone Schweden zur Aufgebung ihrer Ansprüche zu bewegen und sich diese durch den vierzehnten Artikel des bekannten Stader Recesses vom Jahre 1654 garantiren zu lassen, wodurch dann dieser Streitpunct für immer beseitigt wurde.

2) Jetziger Zustand.

Nach und nach gewann die jüngere Schwester­stadt die Zuneigung der altern. Sie verschönerte sich; stattliche Häuser erschienen in der Hauptstrafse, wenn auch gleich die meisten übrigen breiten, schnur­geraden Strafsen das Ansehen kleiner niedlichen Land­städtchen behielten. Die reichen Altstädter bauten sich Gartenhäuser längs der Weser hinab an dem so­genannten Deiche, brachten daselbst ihre Sommer­monate zu, und bewirtheten ihre Freunde; daher noch vor kaum verflossenen fünf und zwanzig Jahren dieser Theil der Neustadt an Sonn- und schönen Wochen­tagen ein recht glänzendes Ansehen hatte. Obgleich dieses jetzt aufgehört hat, so besitzt die Neustadt doch an dem Deiche eine der schönsten Parthien, welche daher auch, wie die damit zusammenhangende Allee, wie in früheren Zeiten, ehe die Wallanlagen