Druckschrift 
Neues bremisches Kochbuch für Haushaltungen aller Stände / von Anna Spöhring
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
 

91

I). Vorn Backen -es Puddings.

Zu den Puddingen, die man ausbacken will, nimmt man gewöhnlich eine Springform, die man mit Blätter­teig auslegt oder mit Butter bestreicht und mit kleinen Zwiebäcken ausstreuet, worauf man die Masse hinein­zieht und ebenfalls Raum zum Aufgehen des Puddings läßt. Jetzt stellt man die Form in eine Tortenpfanne, worin man 2 Händevoll Salz gegeben hat, legt unten und oben erst nur wenige Kohlen, und wenn der Pudding aufgegangen ist, vermehrt man nach und nach, vorzüglich auf dem Deckel, die Kohlen und läßt ihn gar backen. Die Tortenpfanne darf nicht dem Zugwinde ausgesetzt sein, weil dieses das Aufgehen des Puddings hindert; auch darf man Anfangs den Deckel nicht zu oft abnehmen. Wenn die Hälfte der Zeit des Aus­backens verflossen ist, muß man nachsehen, ob der Pudding auch zu dunkel wird; in diesem Falle legt man ein Stück feines weißes Papier herüber. Um zu erfahren, ob der Pudding gar ist, nimmt man ein dünnes, hölzernes, spitzes Stäbchen, sticht damit in den Pudding, und wenn sich an das Stäbchen noch Teig angesetzt hat, muß der Pudding noch backen, ist hin­gegen das Stäbchen beim Herausziehen trocken, so ist der Pudding gar. Beim Anrichten zieht man den Stift aus dem Rande, nimmt denselben weg und stellt den Pudding mit dem Boden der Form auf die Schüssel. Soll der Pudding in einer hohen mit Butter bestochenen und mit kleinen Zwiebäcken ausgestreuten Form gebacken werden, so muß dieses im Backofen geschehen.

Anmerk. Die Behandlung, Butter mit Eidotter zu Schaum zu rühren, findet man in Abtheilung 1 näher beschrieben, so wie auch Nweiß zu Schnee zu schlagen.