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2,1 (1972) Führer durch die Quellen zur Geschichte Lateinamerikas in der Bundesrepublik Deutschland / bearb. von Renate Hauschild-Thiessen u. Elfriede Bachmann
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292 Schleswig-Holstein Staatsarchive

gefängnis erlitten hatte; sein Landsmann Johannes Voß, ein Seemann, zeigte sich 1604 selbst als Ketzer an.

Lebhafter und vielfältiger wurden die persönlichen Beziehungen im 19. Jahr­hundert. Ludwig Lindenberg, der Sohn eines Lübecker Bürgermeisters, ging 1818 als Landwirt nach Brasilien; er setzte in der Provinz Rio de Janeiro eine Saline in Betrieb und wurde damit der Wiederbegründer der brasilianischen Salzindustrie. Seine Nachkommen leben noch heute im Lande. Die drei Brü­der Ave-Lallemant trugen mit ihren Schriften dazu bei, daß Brasilien in Deutschland bekannt wurde: der eine war Arzt, der andere Pastor und der dritte Kaufmann und zeitweilig lübeckischer Konsul in Rio de Janeiro. Uwe Jens Lornsen und Harro Paul Harring wurden im Laufe ihres bewegten Lebens vorübergehend nach Brasilien verschlagen. Offiziere der 1850 besieg­ten Schleswig-Holsteinischen Armee traten in größerer Anzahl in brasiliani­sche Dienste und halfen mit, den argentinischen Diktator Rosas zu besiegen. Hermann von Ihering, 1850 als Sohn des Rechtsgelehrten Rudolf von Ihering in Kiel geboren, kam 1880 als Arzt nach Rio Grande do Sul; er wurde 1895 Direktor des paulistaner Staatsmuseums.Leid und Freud einer Erzieherin in Brasilien" schilderte Ina von Binzer in ihrem 1887 erschienenen humoristi­schen Roman; sie stammte aus Brunstorf im Lauenburgischen.

Einflußreiche Kaufleute in Buenos Aires wurden Matthias Spangenberg aus Fehmarn und Johann Jakob Klick aus Altona, der zeitweilig auch als dänischer Konsul fungierte. Aus Holstein kamen die Brüder Frers: Gustav Wilhelm wurde Mitbegründer eines Geschäftes zur Verproviantierung von Schiffen; Johann Gotthilf Hermann war der erste deutsche Lehrer an der Evangelischen Gemeindeschule von Buenos Aires. Er rief später die deutsche Siedlung bei Baradero ins Leben, die bald als Musterkolonie galt. Sein Sohn, Dr. Emilio Frers, war als bedeutender Viehzüchter und langjähriger Präsident der Land­wirtschaftlichen Gesellschaft der geeignete Mann, um 1898 zum ersten Land­wirtschaftsminister Argentiniens ernannt zu werden. Aus Holstein gebürtig war auch Karl Bettfreund, von 1860 bis 1890 Lehrer an der deutschen Evangelischen Gemeindeschule in Buenos Aires; er machte sich durch seine botanischen Arbeiten, z. B. durch seine dreibändigeFlora von Buenos Aires", einen Namen. Einer der ersten deutschen Kaufleute in Montevideo war Wil­helm Düsenberg aus Lübeck. Er zog andere nach sich, so z. B. seinen Neffen C. Behrens, der Teilhaber der bekannten Firma Bunge & Bornemann wurde. Richard Schumacher, ein Sohn des Altonaer Astronomen, trat 1859 eine Assistentenstelle an der Sternwarte von Santiago/Chile an, und Johann Söh­rens aus Wilster wurde 1896 als Nachfolger Friedrich Philippis Direktor des Botanischen Gartens ebenda.

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Der Kultusminister des Landes Schleswig-Holstein 23 Kiel, Düsternbrokerweg 64/68, Landeshaus