SCHLESWIG-HOLSTEIN
Vorbemerkung
Das Land Schleswig-Holstein (Hauptstadt: Kiel) wurde 1946 aus der bisherigen preußischen Provinz Schleswig-Holstein gebildet.
Landesgeschichte. Die Geschichte Schleswig-Holsteins setzt 1386 ein, als die in der deutschen Grafschaft Holstein herrschenden Sdtauenburger auch das Herzogtum Schleswig als dänisches Lehen an sich brachten. Als ihr Mannesstamm 1459 erlosch, wählten die Räte der beiden Lande 1460 den Dänenkönig Christian I. aus dem Oldenburger Haus zum Landesherrn; er gelobte, daß Schleswig und Holstein „ewig zusammen bleiben sollten ungeteilt". Sie blieben tatsächlich zusammen, in einer sich immer mehr verdichtenden Realunion, aber sie wurden unter die Linien des Königshauses geteilt, so daß vom 16. bis 18. Jahrhundert in beiden Herzogtümern — auch Holstein war 1474 zum Herzogtum erhoben worden — „königliche" und „fürstliche" Anteile bestanden, die in Schleswig 1721, in Holstein 1773 wieder vereinigt wurden. Der Wiener Kongreß von 1815 beließ Schleswig und Holstein weiterhin in dem nunmehr dänisch-deutschen Gesamtstaat, erklärte aber Holstein zum Glied des Deutschen Bundes. Ebenfalls Glied des Deutschen Bundes wurde das Herzogtum Lauenburg an der Elbe (Hauptstadt: Ratzeburg), das seit 1689 zu Hannover gehört hatte und 1815/16 in den Besitz des dänischen Königs gelangte (vgl. Niedersachsen—Vorbemerkung).
In der Folgezeit begannen Versuche von dänischer Seite, Schleswig von Holstein zu trennen und enger mit Dänemark zu verbinden — ein Ziel, für das sich besonders die dänischen Nationalliberalen, die sogenannten „Eiderdänen", einsetzten. 1848 kam es zum deutsch-dänischen Krieg, der 1850 zugunsten Dänemarks entschieden wurde. Neue Kampfhandlungen setzten 1864 ein: der Deutsche Bund beschloß die Exekution gegen Dänemark, und preußische und österreichische Truppen besetzten Schleswig und Jütland. Dänemark mußte im Wiener Frieden vom Oktober 1864 auf ganz Schleswig-Holstein und Lauenburg verzichten, die fortan von Preußen und Österreich gemeinsam verwaltet wurden. Dieser Zustand dauerte bis 1866. Der Deutsche Krieg zwischen Preußen und Österreich, der mit der Niederlage Österreichs endete, brachte Preußen in den Besitz des gesamten Gebietes, das zu einer Provinz gemacht wurde. Sie wurde 1890 vergrößert durch die Insel Helgoland, die das Deutsche Reich im Austausch gegen die ostafrikanische Insel Sansibar von England erwarb. Helgoland hatte bereits 1402 zum Herzogtum Schleswig gehört; 1814 war es von Dänemark an England gekommen.
Einen Gebietsverlust erlitt Schleswig-Holstein nach dem Ersten Weltkrieg: Nordschleswig fiel 1920 durch Volksabstimmung an Dänemark. 1937 wurde die preußische Provinz erweitert durch das ehemalige evangelische Fürstbistum Lübeck (mit Eutin), das seit 1803 zu Oldenburg gehört hatte (vgl. Nieder- sachsen-Vorbemerkung), und durch die Freie und Hansestadt Lübeck, seit 1815 Mitglied des Deutschen Bundes, seit 1867 dem Norddeutschen Bund, seit 1868 dem Zollverein und seit 1871 dem Deutschen Reich zugehörig. Ferner kam 1937 das hamburgische Geesthacht an Schleswig-Holstein, das dafür die Städte Altona und Wandsbek an Hamburg abtreten mußte.