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2,1 (1972) Führer durch die Quellen zur Geschichte Lateinamerikas in der Bundesrepublik Deutschland / bearb. von Renate Hauschild-Thiessen u. Elfriede Bachmann
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BAYERN

Vorbemerkung

Das Land Bayern (Hauptstadt: München), das mit Ausnahme der von sei­nem Staatsgebiet abgetrennten linksrheinischen Pfalz seinen historischen Besitzstand nach dem Zweiten Weltkrieg wahren konnte, gliedert sich in die sieben Regierungsbezirke Ober- und Niederbayern, Ober-, Mittel- und Unterfranken, Oberpfalz und Schwaben.

Landesgeschichte. Historisch gesehen bilden den Kern des Landes die bayeri­schen und pfälzischen Gebiete.

1. Bayern. Das wittelsbachische Herzogtum Bayern, schon im 13. Jahrhundert in Ober- und Niederbayern gegliedert, unterlag wie andere Territorien einem Zerfall in verschiedene Linien, dessen Fortschreiten aber im Jahre 1506 die Einführung der Priomogenitur vorbeugte. Schon im 17. Jahrhundert erfuhr das Kurfürstentum (seit 1623) Bayern erheblichen Gebietszuwachs: Reichs­stadt Donauwörth (1607), Herrschaft Mindelheim (1617), Landgrafschaft Leuchtenberg (1646), Oberpfalz mit der Grafschaft Cham (1648), wozu 1777 mit dem Regierungsantritt der pfälzischen Wittelsbacher das pfalz-sulzbachi- sche und pfalz-neuburgische Gebiet kam. Zu einem großen geschlossenen Flächenstaat wurde Bayern, dessen Kurfürst Maximilian I. Joseph 1806 den Königstitel annahm, allerdings erst in der napoleonischen Zeit mit dem Gewinn weiter schwäbischer und fränkischer Gebiete, überwiegend aufgrund von Säkularisationen und Mediatisierungen: In den Jahren 18031810 fielen an Bayern die geistlichen Fürstentümer Augsburg, Eichstätt, Freising, Regens­burg, Passau und Bamberg, die Reichsstädte Lindau, Kempten, Augsburg, Regensburg, Nürnberg, Nördlingen, Rothenburg und Schweinfurt sowie die preußische Markgrafschaft Ansbach-Bayreuth. 18151816 schließlich erfolgte die Einverleibung des Großherzogtums (früheren Bistums) Würzburg, des ehemals kurmainzischen Aschaffenburg und die Wiedergewinnung der links­rheinischen Pfalz.

2. Pfalz. Die Pfalzgrafschaft bei Rhein war schon im 13. Jahrhundert durch das regierende Haus Wittelsbach mit Bayern verbunden. Indes bewirkte Kaiser Ludwig der Bayer 1329 mit dem Vertrage von Pavia, der die Pfalz­grafschaft und die sogenannte Oberpfalz den Nachkommen seines Bruders Rudolf zuwies, eine 450jährige Trennung beider Gebiete. Seit dem 14. Jahr­hundert, in dem die Pfalz die Kurwürde erhielt, bestand sie bereits aus den drei Hauptlandkomplexen links und rechts des Mittelrheins und in der Oberpfalz, doch ging auch die Einheit dieses Landes später durch häufige Erbteilungen wieder verloren vor allem die Linien Kurpfalz, Simmern, Zweibrücken, Birkenfeld, die sogenannteJunge Pfalz" (1505) Neuburg (seit 1614 auch in Jülich-Berg) und Sulzbach. Als die Wittelsbacher in Bayern, die 1623 die pfälzische Kurwürde eine achte Kur wurde für die Pfalz­grafschaft 1652 ersatzweise geschaffen erworben hatten, 1777 ausstarben, wurde die Pfalz, wo inzwischen nach Erlöschen der übrigen nur noch die Linien Birkenfeld und Sulzbach regierten, unter Kurfürst Karl Theodor von Pfalz-Sulzbach mit dem Kurfürstentum Bayern wieder vereinigt. Das links-