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Bremen in hygienischer Beziehung / hrsg. von Tjaden. Unter Mitw. der Herren: H. Becker, Böhmert, Delbrück
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Regierungsassessor Dr. Paetow, Wohltätigkeits- und soziale Einrichtungen. 317

III. Fürsorge für Erwachsene.

1. Bewahrende und bessernde Fürsorge. Auf dem Gebiet der bewahrenden und bessernden Fürsorge hat sich in Bremen eine reiche Tätigkeit entfaltet. Es können aber im folgenden nur einzelne Zweige derselben hervorgehoben werden:

a) Der Verein für innere Mission. Der im Jahre 1849 auf Anregung von Pastor D. Treviranus gegründete Verein setzt sich vier besondere Aufgaben:

1. Die Stadtmission seit 1855. Die sechs Stadtmissionare suchen Ent­fremdete für das Christentum wiederzugewinnen und Jugendliche durch Ver­eine, Gesang und Posaunenchöre zu bewahren. Sie verbreiten christliche Schriften und erteilen in Armensachen Auskunft. Den Zwecken der Stadt­mission dienen drei Häuser, Süderstraße Nr. 30a, Sommerstraße Nr. 2628 und Georgstraße Nr. 22.

2. Volksbibliotheken. Der Verein unterhält 14 Bibliotheken, deren Be­nutzung mit Ausnahme einer Abonnementsbibliothek, Gartenstraße Nr. 7, un­entgeltlich ist. Auch die Mannschaften auf den Leuchttürmen und Leucht­schiffen der Wesermündung beziehen aus ihnen ihren Lesestoff. Die Biblio­theken enthalten zirka 14 200 Bände. 1906 wurden 32 649 Bände aus­geliehen.

3. Herbergen zur Heimat. Von dem Verein für innere Mission sind zwei Herbergen eingerichtet, die eine, Ansgariikirchhof Nr. 6, bereits 1859, die andere, Georgenstraße Nr. 21, im Jahre 1889. Sie wurde 1906 von 19 653 Personen zu 35 901 Nachtquartieren benutzt. Am 24. Juni 1906 sind im Hause Kölnerstraße 87 Schiffer- und Seemannsstuben eingerichtet.

Die Frauengruppe der inneren Mission hofft, im Verein mit dem Deutsch- Evangelischen Frauenbund in nächster Zeit eine Zufluchtsstätte für arme obdach­lose, arbeitslose, gefallene oder gefährdete Frauen einrichten zu können.

4. Die Auswanderermission beschäftigt sich mit der Fürsorge für das materielle und geistige "Wohl der Bremen berührenden Auswanderer. Sie ver­mittelt ihnen empfehlenswerte Quartiere und geht ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Die Mission teilt den Angehörigen die telegraphisch übermittelte Nach­richt von der Ankunft des Dampfers in Amerika mit und nimmt auch das Barvermögen der Auswanderer in Verwahrung. Diese erhalten darüber eine Quittung, gegen deren Vorzeigung ihnen in Neuyork oder Baltimore dieselbe Summe in amerikanischer Münze ausgezahlt wird. Ebenso werden den An­gehörigen viele Gaben aus Amerika zugestellt (s. Kapitel Auswanderungswesen).

b) St. Raphael-Verein zum Schutz katholischer Auswanderer (s. Kapitel Auswanderungswesen).

Zweck ist Verhütung leichtsinniger Auswanderung und andererseits Schutz und Fürsorge für solche, die zur Auswanderung entschlossen sind.