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Bremen in hygienischer Beziehung / hrsg. von Tjaden. Unter Mitw. der Herren: H. Becker, Böhmert, Delbrück
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Wohltätigkeits- und soziale Einrichtungen. 1 )

Bearbeiter: Begierungsassessor Dr. jur. Paetow, Dr. jur. Eggers, Eechtsanwalt, und Dr. med. H. Becker, Mitglied des Gesundheitsrates.

I. Öffentliche Armenpflege und kirchliche Wohltätigkeit.

Die Armenverwaltungsbehörde führt in Bremen den TitelStadtbremische Armenpflege", sie hat zugleich die Geschäfte des Gemeindewaisenrats unter der BezeichnungStadtbremisches Waisenamt" wahrzunehmen. Sie bildet die Behörde des Ortsarmenverbandes Bremens und dient zugleich als Organ des bremischen Landarmenverbandes für den Umfang der Stadt.

Die Organisation der Armenpflege beruht auf dem Elberfelder System. Die Stadt ist jetzt in 34 Bezirke unter eben so vielen Bezirksvorstehern mit einer verschieden großen Zahl von Armenpflegern und -pflegerinnen eingeteilt. Letztere werden seit 1899 mit dem besten Erfolge beschäftigt, es sollen ihnen in der Regel alle Fälle, die auf Haltung gegebene Kinder betreffen und außerdem sonstige geeignete Fälle alleinstehende Mädchen, Witwen usw. nach Ermessen des Bezirksvorstehers überwiesen werden. Zum Leiter des Armenwesens wird vom Senat eins seiner Mitglieder mit dem TitelDirektor" bestellt. Der Direktor bildet mit den Bezirksvorstehern und zwei aus den Kreisen der Armenpflegerinnen erwählten Vertreterinnen derselben den Vor­stand der Armenpflege, der am letzten Donnerstag eines jeden Monats zu einer ordentlichen Sitzung zusammentritt. Er hält sich in laufender Kunde von den Beschlüssen der Bezirksversammlungen und kann diese Beschlüsse, so weit sie nicht bereits ausgeführt sind, abändern.

Außer den ehrenamtlichen Organen der Armenpflege sind in den Bezirken zur Unterstützung derselben noch zwölf städtische Armenaufseher tätig. Sie haben über alle Änderungen in den Verhältnissen der Armen dem zuständigen Pfleger zu berichten, insbesondere für Unterbringung der auf Haltung zu

1 ) Die nachfolgende Schilderung der Wohltätigkeits- und sozialen Einrichtungen Bremens kann auf Vollständigkeit keinen Anspruch machen. Eine erschöpfende Dar­stellung würde über den Rahmen dieser Schrift hinausgehen. Es sind hier nur diejenigen Einrichtungen behandelt, die in einer engeren oder weiteren Beziehung zur öffentlichen Gesundheitspflege stehen. Eine für die damalige Zeit vollständige Darstellung findet sich in dem Buch: Die Wohlfahrtseinrichtungen Bremens Ein Auskunftsbuch heraus­gegeben von der Auskunftsstelle für Wohltätigkeit, Bremen 1899, das im folgenden vielfach benutzt ist.

Tjaden, Bremen in hygienischer Beziehung. 20