0. Dr. Meyer, Die Desinfektionsanstalt.
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mit Wasserleitung, Ablauf, Gas und elektrischem Licht versehen. Der Raum ist durch einen Ofen beheizbar. In der Tiefe dieses Raumes ist der Korische Verbrennungsofen eingebaut. Östlich von diesem Räume befindet sich ein zweiter, in den vier Boxen eingebaut sind. Zwei derselben sind mit Futterkrippen für größere Versuchstiere versehen. Der Raum ist sowohl von dem Operationsraum her, wie von einer in der Ostwand befindlichen Tür betretbar. Durch die Südwand des Operationsraumes führt eine Tür in einen dritten Raum, in den ebenfalls wieder zwei Boxen eingebaut sind. Eine Tür führt von diesem Räume aus ins Freie. An diesen Raum anstoßend Fi s- 6 - Grundriß des Stallgebäudes,
befindet sich ein vierter, der als
Stall für große Versuchstiere mit besonders gefährlichen Infektionskrankheiten bestimmt ist. Uber diesen Ställen befindet sich ein geräumiger Futterboden. Um den Tieren den Aufenthalt im Freien ermöglichen zu können, sind an das Haus zwei oben durch Gitterwerk geschlossene und ein offener Auslauf angebaut.
0. Die Desinfektionsanstalt.
Bearbeiter: Dr. Arnold Meyer, Abteilungsvorsteher am Hygienischen Institut.
Bis zum Jahre 1884 gab es in Bremen zwar einige sogenannte Des- iufektionsapparate, der erste wirklich brauchbare Dampfdesinfektionsapparat von Schimmel & Co. wurde aber erst im Jahre 1884 angeschafft. Der Apparat wurde im Arbeitshause aufgestellt und bis zum Jahre 1893 wurden auch die Desinfektionen durch das Arbeitshaus ausgeführt. Die für Berlin gültige Desinfektionsordnung wurde im Jahre 1890 angenommen.
Wie die im Jahre 1893 drohende Choleragefahr umgestaltend und verbessernd auf manche sanitäre Maßnahmen hier in Bremen einwirkte, verdankt auch die heutige Desinfektionsanstalt ihre eigentliche Entstehung und Ausgestaltung der heranziehenden Volksseuche. Mit einem Aufwände von 50 000 M. und 20 000 M. für Betriebseinrichtungen wurde im Oktober 1893 die heutige Desinfektionsanstalt auf dem Areal des Arbeitshauses errichtet. Die Verwaltung der Anstalt wurde der Direktion des Arbeitshauses übertragen.
Bereits im Jahre 1895 erwies es sich, daß ein Dampfdesinfektionsapparat
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