B. Dr. Meyer, Das Hygienische Institut.
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mandiert war, einen fachwissenschaftlich ausgebildeten Bakteriologen zu gewinnen, welcher bereit war, seine Tätigkeit während der drohenden Gefahr seiner Vaterstadt zur Verfügung zu stellen.
Mit den bescheidensten Mitteln wurden im Laboratorium der chirurgischen Abteilung der Städtischen Krankenanstalt die ersten bakteriologischen Arbeiten vorgenommen.
Die Gefahr der Seuchenverbreitung ging für Bremen alsbald vorüber. Im ganzen kamen sechs Choleraerkrankungen zur Kenntnis der Behörden und drei Menschenleben fielen der Seuche zum Opfer.
Hatte der Gesundheitsrat schon vorher auf Anstellung eines Fachbakteriologen gedrungen, so gab das drohende Beispiel Hamburgs und die Gefahr, in der Bremen selbst schwebte, ihm erneute Veranlassung, sein Ersuchen zu wiederholen. In einem ausführlichen Berichte legte der derzeitige Geschäftsführer des Gesundheitsrates, Dr. Focke, der Sanitätsbehörde die Gründe dar, welche die Anstellung eines ärztlichen Fachbakteriologen erforderlich machten. Vor allen Dingen betonte er die Wichtigkeit der frühzeitigen bakteriologischen Diagnosestellung, wozu dem praktischen Arzte die genügende Ausbildung, die Zeit und die nötigen Einrichtungen fehlten. Zugleich wies Dr. Focke schon damals hin auf die Notwendigkeit eingehenderer Untersuchungen des Weserwassers, besonders des Einflusses der Flut auf unsere Trinkwasserversorgung, sowie auf eine fortlaufende sachverständige bakteriologische Untersuchung des Leitungswassers.
Die Sanitätsbehörde setzte sich auf Grund dieses Berichtes mit der Direktion der Krankenanstalt und mit der Handelskammer in Verbindung und begegnete an beiden Stellen lebhafter Unterstützung.
Ihren Antrag auf Anstellung eines Fachbakteriologen begründete die Sanitätsbehörde daraufhin folgendermaßen:
„Für die sanitären Verhältnisse Bremens sind fortlaufende sachverständige bakteriologische Untersuchungen des Weserwassers, wie des Leitungswassers von der wesentlichsten Bedeutung. Bei diesen Untersuchungen ist eine genaue Kenntnis der sogenannten pathogenen — krankheiterzeugenden — Bakterien erforderlich, die Kunde ihrer Eigentümlichkeiten bei Entwicklung von Kulturen, unter Umständen Tierversuche zur Sicherstellung der Diagnose — alles Arbeiten, die nur ein Arzt, der die Bakteriologie zu seinem speziellen Studium gewählt hat — mit Sicherheit auszuführen vermag.
Von gleicher Wichtigkeit sowohl für die Gesundheitsverhältnisse als namentlich auch die Handels- und Schiffahrtsbeziehungen Bremens ist die bakteriologische Feststellung epidemischer Krankheiten und das Vorgehen gegen dieselben durch die Untersuchungen und unter dem Beirat einer wissenschaftlich gebildeten bakteriologischen Autorität, sowie die Begründung und Deckung der gewonnenen Resultate durch eine solche Autorität anderen Behörden und Regierungen gegenüber. Die in dieser Richtung abgegebenen Erklärungen unserer Behörden müssen unanfechtbar sein, grundlose