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Bremen in hygienischer Beziehung.
äußerst bösartige Erkrankung ist. Ist es doch bekannt, daß im Jahre 1875 auf den Fidschi-Inseln, auf denen bis dahin Masern unbekannt waren, 40 000 Todesfälle durch die Krankheit verursacht sind. In den Ländern, in denen Masern schon länger einheimisch sind, ist eben eine gewisse Immunität eingetreten, so daß der Verlauf der Krankheit im allgemeinen ein milder ist. Wellenförmige Bewegungen in den Kurven der Erkrankungs- und Todeszahlen sind eine bekannte Erscheinung. Hier in Bremen befinden wir uns in den letzten Jahren wieder in einer sich aufwärts bewegenden Linie. Es starben an Masern:
Im Jahre 1904 ..... 48 Kinder
„ ■ 1905 ..... 84 „
, „ 1906 ..... 106 „
c) Keuchhusten. Wie die Masern gehört auch der Keuchhusten bislang zu den unvermeidlichen Erkrankungen der Großstadt. Immerhin ist jedoch bei Letzterem die Erkrankungs- und TodeszifFer bei weitem nicht so hoch, wie bei ersteren. Es starben in Bremen an Keuchhusten:
Im Jahre 1904 ..... 20 Kinder
,. 'i 1905 .' .... 65 \
. „ 1906 ..... 38 „
Wohl die Mehrzahl der Forscher neigt der Ansicht zu, daß auch die Ursache dieser Erkrankung bakterieller Natur ist; sichere Beweise dafür fehlen jedoch noch. Es steht zu hoffen, daß mit der Auffindung des wahren Erregers der Krankheit auch der Weg zur Bekämpfung der Letzteren gefunden werden wird.
B. Das Hygienische Institut.
Bearbeiter: Dr. Arnold Meyer, Abteillingsvorsteher am Hygienischen Institut.
A. Entwicklung.
Als im Jahre 1892 die Cholera, welche in unserer Schwesterstadt Hamburg so schwere Opfer an Leben und Gut gefordert hatte, auch auf Bremen überzugreifen drohte, bemächtigte sich große Sorge aller Gemüter. Die junge Wissenschaft der Bakteriologie war noch nicht so Allgemeingut der Ärztewelt geworden, daß einer der hiesigen Arzte imstande gewesen wäre, die notwendigen bakteriologischen Untersuchungen vorzunehmen. Überdies fehlten bis dahin jegliche für derartige Arbeiten geeignete Räumlichkeiten und Einrichtungen. Da gelang es, in der Person des derzeitigen Stabsarztes Dr. Kurth, eines geborenen Bremers, der damals zum Kaiserlichen Gesundheitsamte kom-