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ganzen Sein als Wesen austretcn, welche dem Einflüsse ihrer Zcit- vcrhaltnissc unterworfen sind.
Das Leichenbegängnis des ersten Erzbischofs der hamburg- bremischen Kirche erfolgte unter inniger Thcilnahme Aller, die ihm im Leben nahe gestanden, besonders aber derjenigen, die durch ihn in irgend einer Lage Trost und Hülfe empfangen hatten. Im Dom, vor dem Altäre der Mutter Gottes, kam seine irdische Hülle in die Gruft.
Unter den milden Stiftungen, welche ec in Bremen gegründet, verdient das Gasthaus St. Jürgen, worin arme Reisende unentgeltlich Obdach und Pflege finden konnten, Erwähnung. Anfänglich lag es außcrm Hcerdcnthore, später in der Stadt an der Hutfiltec- straße, Ecke der kurzen Wallfahrt.
5. Der Erzbischof Rembert
Der heil. Ansgarius ruhete vor dem Marienaltar in der Peterskirche, da traten des andern Tages die Geistlichen und das Volk zusammen, einen neuen Erzbischof zu küren. Die Wahl traf den geliebten Schüler, den treuen Freund und Gchülfcn Ansgars, Nem- bertus, einen äußerst geistreichen und gelehrten Mann. Die benachbarten Bischöfe stellten ihn dem Könige Ludwig dem Deutsche» vor, welcher die Wahl bestätigte, ihn feierlichst mit dem Erzstift belehnte und durch den Erzbischof Luitbcrt von Mainz weihen ließ; auch der Papst gab nach Jahresfrist seine Zustimmung.
Rembert nahm in seinem Walten und Wirken den dahinge- schiedencn Lehrer zum Vorbildc, indem er dessen Fußstapsen in allen Stücken treulich folgte. Er wanderte in seinem erzbischöflichen Sprengel fleißig umher, überall mit Ermunterung, Trost, Er»iahnung und Hülfe bei der Hand. Er unternahm weite Reisen in die Länder der Heiden, nach Schweden, Dänemark und den Nordsceinseln, litt mehrere