Heft 
1.2.1919 Vollsitzung des Bremer Arbeiter- und Soldatenrates 20
Seite
65
Einzelbild herunterladen
 

MWng des Bremer Weiter- md Soldatenmes

am 1. Februar 1919 im Konoentsaale der Dürfe.

Tagesordnung:

1. Verordnung über die Wahlen zur bremischen Volksvertretung.

2. Bericht über die Beratung zur geplanten Reichsverfassung. Berichterstatter: Henke.

3. Bericht über die Verhandlungen betreffs Gründung einer nordwest- deutschen Republik.

4. Bericht der Siebenerkommission.

Vorsitzer: L i n d n u.

Eröffnung der Sitzung 7 Uhr 99 Minuten.

Bors.: Bevor wir in die-Tagesordnung ein­treten, erteile ich dem Parteigenossen Groeger aus Oldenburg das Wort zu einer kurzen Erklärung, weil er gleich abreisen muß

Groeger: Wir wollen gleich wieder abfahren zu der fliegenden Division nach Verben zwecks Ver­handlungen. Ich wollte nur eins richtig stellen. Es ist heute ein Extrablatt von denBremer Nachrich­ten" herausgekommen, welches den Anschein erwecken kann, als wenn wir Oldenburger schon mit fliegen­den Fahnen zur Division Gerstenberg übergegangen wären. Ich will nur richtig stellen: es ist nicht an dem. Wir stehen auf demselben Standpunkt wie Pool vvm 9. A.-K Wir sind nicht gewillt, zu ge­statten, daß die Division in Bremen einrückt. lBravo!) Wir stehen also hinter Ihnen. (Bravo!) Als Beweis dafür diene Ihnen folgendes Tele­gramm, welches wir an den Bölksbeanftragten Noske in Berlin gesandt haben

Noske Berlin

A.- u. S.-Rat Oldenburg verhandelte heute mit Division Gerstenberg, auch mit Bremer Re­gierung. Aus- und Einlaufen der Handelsschiffe gesichert. Wahlen zur Bürgerschaft zum 2. März verbürgt. Ruhe und Ordnung herrscht in-Bremen. Wir bitten, Division nicht in Bremen einrücken zu lassen, da ein furchtbares Blutbad ganz unver­meidlich wäre. Oldenburg, zwischen Bremen und

Wilhelmshaven gelegen, hat bis jetzt Ruhe gehal­ten, wird aber in sehr schwere Lage geraten, falls es in Bremen zum Kampfe kommt. Wir sind fest überzeugt, daß unter unserer Mitwirkung in Bre­men Ruhe gehalten wird. Wir bitten weitere Verhandlungsmöglichkeiten zu lassen und wenn die Erfolg haben, Bremen nicht zu besetzen.

A.- und. S.-Rat Oldenburg, gez.: Groeger. Behrens.".

Das steht doch wohl in krassem Gegensatz zu dem, was das Nachrichteutelegramm Ihnen mitgeteilt hat. Ach bitte, davon Kenntnis zu nehmen und uns Olden- bnrger nicht mit Mißtrauen zu empfangen. Es ist ja eine berühmte Taktik unserer -Gegner, den einen gegen den andern auszuspielen und sv Mißtrauen zu säen. Das wollte ich Ihnen zur Kenntins geben.

V v r s.: Ich danke dem Parteigenossen für seine Mitteilungen

Die Tagesordnung lautet:

1. Verordnung über die Wahlen zur bremischen Volksvertretung.

2. Bericht über die Beratung zur geplanten Reichsverfassung Berichterstatter Henke.

l. Bericht über die Verhandlungen betreffs Gründung einer nordwestdeutschen Republik.

! Bericht der Siebenerkomniission.

Dann Hst noch eingegangen ein Antrag, den Ge­nüssen Düe in sein Amt wieder einzusetzen, nachdem eine Kommission, die zu wählen sein wird, berichtet hat.