20. Januar 1919.
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Beschlagnahme der Reichsbank würde dem Kredit in Bremen vollends ein Ende machen. Das wäre also das verkehrteste, was getan werden könnte. Endlich stt von einen: Vorredner bemerkt worden, man tue mit der Ausschreibung der Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung in Bremen einen Schritt rückwärts. Gerade das glaube ich nicht. Wenigstens die U, S. P. hat stets aus dem Standpunkt gestanden, daß man schließlich doch einmal zu den allgemeinen Wahlen kommen müsse, und Meinungsverschiedenheiten bestehen nur über die Zeit ihrer Ausschreibung. Wenn die Not in Bremen uns heute dazu zwingt, die Wahlen stattfinden zu lassen, so ist das kein Rückschritt, zumal nicht, da es ein Mittel ist, dem Lhaos zu begegnen. Ein Rückschritt wäre es nur dann, wenn man uns sagen könnte: ihr habt abgewirtschaftet, ihr könnt eure Verbindlichkeiten, nicht, lösen. Das wäre ein Rückschritt' der Revolution. Deshalb bitte ich Sie dringend, den Antrag anzunehmen.
Opfermann lznr Geschäftsordnung): Ich möchte bitten, , daß Nur die heutige Sitzung bis morgen abend vertagen. Es ist gleich 11 Uhr, und eine große Anzahl Genossen müssen mit der Elektrischen nach Hanse fahren. Wir können ihnen nicht zu
muten, daß sie zu Fuß gehen. Morgen früh können wir sa weiter beraten. ' Es muß gründlich beraten werden, und das wird mindestens noch eine Stunde dauern.
Bors.: Morgen ist Generalstreik, da könne» ^ie ja ansschlasen.
H agedorn : So gut wie der Antrag Opfermann gemeint ist, ich möchte doch bitten, davon abzusehen. Wir müssen sobald wie möglich zu einem Entschluß kommen, da wir schon am Mittwoch keip Geld mehr in der Kasse haben. Entweder so oder so. Entweder wir sorgen mit Gewalt dafür, daß wir uns noch kurze Zeit über Wasser halten, oder wir sorgen für Kredit.
Was den Antrag Franke betrifft, so mutz ja unbedingt eine Entscheidung herbeigeführt werden. Auch die Frage Opfermann erfordert unbedingt eine Beantwortung. Morgen früh wird in einer Sitzung darüber verhandelt werden. Heute abend schon eine Entscheidung zu treffen, ist nicht möglich, da wir uns erst darüber schlüssig machen müssen.
Der Vertagungsantrag wird mit großer Mehrheit angenommen.
Schluß der Sitzung nm 10 Uhr 90 Minuten.
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Sitzung vom 21. Januar 1919 im Konventsaale der Börse.
Brodnnerkel führt den Vorsitz.
Eröffnung der Sitzung: 10 Uhr.
Bors.: Wir fahren in der Debatte über den Punkt 4 unserer Tagesordnung, Antrag des Rates der Volksbeauftraqten usw., weiter. Als erster Redner hat der Genosse Schnltz das Wort.
Schnltz: Genossen! Die Kommunisten haben als Partei erklärt, sie stimmen gegen die Einführung der Nationalversammlung für Bremen. - Sie haben auf die Gründe, die von unserer Seite angeführt wurde», nicht geantwortet, in welcher Richtung sie sich denken, daß es möglich wäre, uns vor dem Zusammenbrach zu bewahren. Glaubt der Genosse Wahl, daß die Finanz- misere ^ür uns geklärt werden könnte, wie er vorschlägt'? Und da muß ich sagen, eins ist wunderbar, daß er sich sein kindliches Gemüt bewahrt hat trotz aller Revolution. Es steht fest, daß wir in Bremen eine kleine Insel bilden, welche, abgeschlossen vom Verkehr, znmZnsammcn- bruch verurteilt ist, nnd da sagt er nein, wir haben Verbündete, Brannschweiger, und die würden unser
Notgeld annehmen. Ich meine, ein Schulkind müßte einsehen, daß das über das Bohnenlied geht. Wem: wir Zeit dazu hätten, würde ich vorschlagen, Wahl sollte mit einem Waggon bremischen Notgeldes nach Braun- schweig fahren, nnd ich bin fest überzeugt, er würde für das bremische Notgeld nicht einmal das gleiche Gewicht an Kartoffeln eintauschen können. (Sehr richtig!) Dann hat er gesagt, wir müßten die Betriebe ver- gesellschaftlichen. Ja, mit der Bergesellschaftlichung der Betriebe erreichen wir nicht das geringste. Die Betriebe haben Wert, wenn sie produzieren, und produzieren können sie nur, wenn wir Kohlen nnd Rohstoffe haben, nnd dieses Material werden wir niemals durch das bremische Notgeld bekommen. Also Geldnöten können wir drucken lassen, aber damit ist uns nur solange geholfen, wie es noch in Kurs gesetzt werden kann, länger nicht.
Dann als letzten Punkt bringt er die Weinstener. Also damit sollen wir uns aus der Verlegenheit helfen! Da muß man sagen, es steht einem der Verstand stille, daß man hier in Bremen damit etwas erreiche» will. Wenn die Weinstener sehr hoch wäre, würde sie etwas